Organische Leuchtdioden

Licht aus Plastik

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Die Forschungserfolge werden sogar schon in erste Produkte umgesetzt. Osram brachte in diesem Jahr eine OLED-Lampe auf den Markt. Der Lichtdesigner Ingo Maurer entwarf eine funktionale Tischleuchte aus organischen LEDs. Die Leuchte Early Future wird in einer limitierten Edition aufgelegt und arbeitet mit Lichtkacheln, die frisch aus dem Labor kommen.

Fertigung organischer Leuchtdioden muss billiger werden

Doch damit sich OLEDs auf dem Massenmarkt behaupten können, muss sich die Beleuchtung der Zukunft auch kostengünstig fertigen lassen. Der Entwicklung dieser kostengünstigen und produktionstauglichen Prozesse soll sich das „Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden“ (COMEDD – siehe Kasten) widmen.

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„Die Industrie für organische Beleuchtung wird nur entstehen, wenn wir in Europa nicht nur entwickeln und das Design vorgeben, sondern auch die Produkte herstellen. Das Zentrum soll mit der Entwicklung von produktionsrelevanten Prozessen bis hin zur Pilotfertigung als Partner der europäischen Industrie agieren. Und nur modernste Anlagen erlauben uns, das benötigte Forschungs- und Entwicklungsniveau zu erreichen“, erläutert Prof. Karl Leo.

Zunächst ist die Fertigung von OLEDs auf Glassubstraten geplant. Hierzu wird in COMEDD eine neuartige Beschichtungslinie für Glas und Folien von Sunic System aus Südkorea in Kooperation mit Aixtron AG Deutschland installiert. Diese Linie ermöglicht die fertigungsnahe Evaluierung neuer Prozesskonzepte mit nachfolgender Pilot-fertigung mit einer Kapazität von bis zu 13000 m2 pro Jahr – ein wichtiger Meilenstein für den Aufbau einer OLED-Lichtindustrie in Deutschland.

Organische Leuchtdioden auf Glas zu teuer für den Massenmarkt

„OLEDs auf Glas zu fertigen, ist ein erster Schritt zur Etablierung der Technologie im Beleuchtungsmarkt“, betont Prof. Leo. „Es werden bereits Designerlampen angeboten, die auf solchen OLEDs basieren. Für die Massenanwendung, die von 2014 an erwartet wird, ist dieses Herstellungsverfahren jedoch zu teuer.“

Die Forscher arbeiten deshalb an einer Rolle-zu-Rolle-Fertigung, bei der OLEDs auf flexiblen Substraten aufgebaut werden. So zum Beispiel in dem BMBF-Projekt Rollex. Dafür wird innerhalb von COMEDD eine Rolle-zu-Rolle-Beschichtungslinie installiert. Hersteller der Anlage ist die in Dresden ansässige Firma von Ardenne Anlagentechnik GmbH.

„Es ist weltweit eine der ersten Anlagen dieses Typs für die Entwicklung und Herstellung von OLED-Beleuchtungsmodulen. Dies ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung von Herstellungsverfahren industrieller Massenprodukte“, erklärt Prof. Dr. Volker Kirchhoff, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP in Dresden.

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