Zylinderschloss-Montage Linearmontagesystem ermöglicht schnellen Werkstückwechsel

Autor / Redakteur: Jens Knölke / Rüdiger Kroh

Trotz ihrer Individualität sind Zylinderschlösser Massenware, bei deren Montage vor allem eine möglichst geringe Taktzeit zählt. Ein Linearmontagesystem bietet nicht nur genügend Raum für die vielen Prozessschritte, sondern es erreicht durch eine mit Rundschalttischen verwandte Technik auch kurze Werkstückwechselzeiten von 0,5 s.

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Bild 1: In den Arretierstationen des Linearsystems greift eine Zylinderkurve die Werkstückträger und positioniert und arretiert sie mit hoher Präzision und geringer Werkstückwechselzeit.
Bild 1: In den Arretierstationen des Linearsystems greift eine Zylinderkurve die Werkstückträger und positioniert und arretiert sie mit hoher Präzision und geringer Werkstückwechselzeit.
(Bild: Weiss)

Auf den ersten Blick sehen sie alle gleich aus, die Zylinderschlösser, die auf einem Linearsystem von Weiss durch die automatische Zylinderschloss-Montageanlage laufen. Aber mit Schlössern ist das so eine Sache: Jedes ist ein Unikat, innen wie außen. Und daher hat man es in der Schlossindustrie meist nur mit Ausnahmen zu tun. So auch beim Solinger Unternehmen Aumat, das sich unter anderem auf Sondermaschinen für die Zylinderschlossindustrie spezialisiert hat.

Positioniergenauigkeit und geringe Taktzeit sind besonders wichtig

Die aktuelle Anlage setzt automatisch das komplette Innenleben eines Zylinderschlosses und verschließt es anschließend prozess-kraftüberwacht mit einer Presse. Aufgrund der sehr hohen Anzahl von unterschiedlichen Stiften und Plättchen, die entsprechend dem Schließungsplan datensatzgesteuert zugeführt werden, ergibt sich eine riesige Anzahl von Permutationen.

Trotz dieser Vielfalt und der erforderlichen Genauigkeit bei der Montage sind Zylinderschlösser dennoch Massenware. Daher waren für die Konstrukteure bei Aumat besonders die Positioniergenauigkeit und eine geringe Taktzeit bei der Konzeption ihrer neuen Anlage wichtig. Beides wären die klassischen Tugenden eines Rundschalttisches, der jedoch wegen der hohen Anzahl an Bearbeitungsstationen, 15 Stück insgesamt, von Anfang an ausschied. Ein Transfersystem würde zwar ausreichend Platz bieten und wäre – Stichwort Ausnahme der Ausnahme – zudem erweiterbar, aber das Positionieren und Indexieren der Werkstückträger kostet viel Zeit. Selbst 1,5 s wären bei der Taktzeit von 6 s ein Viertel der Gesamtzeit.

Werkstückträger laufen spielfrei auf einer gehärteten Führungsbahn

Die Lösung dieses Platz-gegen-Zeit-Problems fand Aumat schließlich bei der Weiss GmbH mit dem Linearsystem LS 280. Die paarweise zu Zügen zusammengekoppelten Werkstückträger laufen spielfrei mit vier Laufrollen auf einer gehärteten und geschliffenen V-förmigen Führungsbahn. Die Mitnahme der Werkstückträger erfolgt über Reibschluss, ein Gleitschuh wird bei den Bandstrecken auf einem Zahnriemen an den Umlenkungen auf einer rotierenden Scheibe mitgenommen.

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