Richten Lochbleche perfekt gerichtet

Ein Gastbeitrag von Elke Kurth 4 min Lesedauer

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Die Verarbeitung von Lochblechen stellt eine Herausforderung dar. Durch die hohen Eigenspannungen im gelochten Material und die teilweise signifikanten Unebenheiten müssen diese Bleche oftmals gerichtet werden. Teilerichtmaschinen mit Walzenbiegung beseitigen zuverlässig ungleichmäßig verteilte Spannungen und Unebenheiten.

Wie sich das Blech beim Lochen verhält, weiß man vorher nie, Verwerfungen und Spannungen ergeben sich beinahe willkürlich. Das Richten ist unerlässlich, um ebene und nahezu spannungsfreie Bleche zu erhalten, die ohne manuelle Nachbearbeitung weiterverarbeitet werden können.  Links Lochbleche vor dem Richten, rechts nach dem Richten mit einem Peak Performer.(Bild:  Kohler)
Wie sich das Blech beim Lochen verhält, weiß man vorher nie, Verwerfungen und Spannungen ergeben sich beinahe willkürlich. Das Richten ist unerlässlich, um ebene und nahezu spannungsfreie Bleche zu erhalten, die ohne manuelle Nachbearbeitung weiterverarbeitet werden können. Links Lochbleche vor dem Richten, rechts nach dem Richten mit einem Peak Performer.
(Bild: Kohler)

Passend zur jeweiligen Anwendung werden Lochbleche aus ganz unterschiedlichen Werkstoffen gefertigt. Zahlreiche Hersteller haben Erzeugnisse in allen möglichen Stahlsorten im Programm – roh oder verzinkt, in Edelstahl und NE-Metallen wie Aluminium, Kupfer, Messing, Nickel oder Titan. Allen Lochblechen gemeinsam ist, dass sich durch die Lochung der Bleche größere Unebenheiten und Verzug ergeben. Ursache hierfür sind die geringe Eigensteifigkeit und interne Spannungen. Deutlich sichtbar sind die Planheitsfehler oftmals auch an den Rändern, oder sie verlaufen unregelmäßig über das gesamte Blech. Auch der sorgfältigste Produktionsprozess kann nicht verhindern, dass beim Stanzen knifflige Mittel- oder Randwellen auftreten. Je nach Werkstoff, Blechdicke, -länge und -breite fallen diese unterschiedlich aus. Dadurch ist es nahezu unmöglich, die verzogenen Bleche direkt weiterzuverarbeiten – etwa zu schweißen, zu kanten oder zu montieren. Lochbleche müssen also zunächst spannungsarm und gerichtet sein, damit diese nicht zeitaufwändig und manuell nachbearbeiten werden müssen.

Das Richten von Lochblechen ist ein anspruchsvoller Fertigungsschritt, denn das Material stellt spezielle Herausforderungen an die Technik. Daher setzen Blech-Servicebetriebe und Lochblechhersteller auf die Unterstützung von Kohler.

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Walzenbiegung macht‘s möglich

Teilerichtmaschinen mit Walzenbiegung von Kohler zeichnen sich dadurch aus, dass alle Richtwalzen im unteren Walzstuhl vertikal zugestellt werden können. Dieses Feature wurde speziell entwickelt, um komplexe Lochbleche mit ungleich verteilten Spannungen zu richten. Selbst stark verformte Bleche mit einer Kombination aus gelochten und ungelochten Bereichen lassen sich über die Walzenbiegung effizient, schonend und in gleichbleibender Qualität plan und spannungsarm richten. Dies funktioniert über ein Keilsystem mit Verstellmotoren und ist eine Besonderheit der Peak Performer mit Walzenbiegung. Die Richtwalzen werden mit Hilfe der elektromotorischen Einstellung der unteren Stützrollenböcke angehoben oder abgesenkt. Dort, wo Rand- oder Mittelwellen die Materialqualität beeinträchtigen, stehen die Stützrollen höher und lösen einen Streckeffekt im Randbereich des Materials aus. Die störenden Wellen verschwinden.

Intuitiv bedienen, schnell reinigen

Alle Peak Performer mit Walzenbiegung verfügen über ein Multicolor-Touchdisplay. Durch die optimierte Menüführung und das „Expert Calculation System“ kann der Anlagenbetreiber die Maschine intuitiv bedienen und optimal nutzen. In der Steuerung werden Rezepturen abgespeichert – sowohl numerisch als auch als Klartext. Die Visualisierung der Walzenbiegung zeigt dem Bediener zuverlässig und leicht verständlich die aktuelle Einstellung jedes einzelnen Punkts der Walzenbiegung an.

Größere Peak Performer mit Walzenbiegung sind zudem mit dem „Gap Control-System“ ausgestattet. Dies sorgt für einen konstanten Richtspalt während des gesamten Richtprozesses und garantiert selbst bei größeren Materialstärken ein hervorragendes Ergebnis. Grundsätzlich arbeiten alle Kohler-Teilerichtmaschinen servo-elektronisch und ganz ohne Hydraulik. Hiervon profitiert insbesondere auch die Richtspaltregelung, da es keine hydraulische Dämpfung im System gibt, die sich negativ auf die Richtpräzision auswirken könnte.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal haben alle Richtmaschinen mit Walzenbiegung durch ein spezielles Reinigungssystem. Dieses ermöglicht eine schnelle, sichere und zuverlässige Reinigung der Richtwalzen und des Richtaggregats. Auf Knopfdruck kann die komplette Einheit herausgefahren und nach dem Reinigen wieder eingefahren werden. Besonders nützlich ist diese Option, wenn zum Beispiel ein Mix aus Stahl und Edelstahl verarbeitet wird und verhindert werden soll, dass sich Abrieb verschleppt.

Zudem bietet Kohler seine Maschinen mit Walzenbiegung optional auch mit Zwischenwalzen an. Diese sind wahlweise nur im oberen oder im oberen und unteren Richtaggregat verbaut. Diese zusätzlichen Walzen sorgen für eine besonders schonende Behandlung der Materialoberfläche während des Richtvorgangs.

Effizient und umweltfreundlich

Nach dem Richten mit dem Peak Performer sind die Bleche eben und spannungsarm. Alle nachgelagerten Arbeiten werden dadurch prozesssicher und gewinnen an Effizienz: Die Wiederholgenauigkeit des Biegewinkels beim Abkanten ist höher. Beim Schweißen und Montieren passen die Teile auf Anhieb, weil sie weniger Verzug aufweisen.

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Das moderne Maschinenkonzept aller Teilerichtmaschinen aus dem Hause Kohler kommt ganz ohne Hydraulik aus. Das Ergebnis: geringer Energieverbrauch, weniger Wartungsaufwand, Leckagefreiheit und Unempfindlichkeit gegenüber Temperaturschwankungen. Damit leistet der Peak Performer einen aktiven Beitrag zur Ressourcenschonung in der industriellen Blechbearbeitung.

Nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland sind Kohler Teilerichtmaschinen mit Walzenbiegung im Einsatz, zum Beispiel in den Niederlanden und in der Türkei. Das niederländische Unternehmen Laura Staalcenter Maastricht B.V. mit Sitz in Maastricht in den Niederlanden ist auf die Verarbeitung von Stahlcoils zu maßgefertigten Platten spezialisiert. Im Zuge der fortlaufenden Modernisierung des Maschinenparks hat Laura Metaal in einen Peak Performer 100P.2500 mit Walzenbiegung investiert. Die Präzisions-Teilerichtmaschine ersetzt die vorhandenen beiden Richtmaschinen. Auf der Maschine können Platten mit einer Breite von bis zu 2500 Millimetern und einer Dicke von bis zu 24 Milimetern gerichtet werden. Aufgrund der Leistungsfähigkeit des Peak Performers kann Laura der steigenden Nachfrage nach höherfestem Stahl nachkommen. Durch das Richten mit einer Maschine mit Walzenbiegung werden Spannungen im Material und insbesondere auch Rand- und Mittelwellen bestmöglich beseitigt. So wird nicht nur Ausschuss reduziert, sondern auch Zeit und Kosten für manuelle Nachbearbeitung eingespart und die Qualität durch reproduzierbare Arbeitsprozesse nachhaltig gesteigert.

Auch in der Türkei schätzt man Teilerichtmaschinen aus dem Hause Kohler. So hat die Firma Özselin Perforated Sheet Ltd. Co. zum präzisen Richten von Lochblechen eine Peak Performer Teilerichtmaschine 30P.1250 mit Walzenbiegung in Betrieb. Aus den gerichteten Blechen werden unter anderem Einsätze für Filtersysteme oder Elemente für Fassaden und Deckenabhängungen hergestellt. Dank Richten auf einer Maschine mit Walzenbiegung ist die Wiederholgenauigkeit des Biegewinkels beim Biegen höher, und beim Schweißen und Montieren passen die Teile auf Anhieb, weil sie weniger Verzug aufweisen.

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