Absauganlage Lösungsmitteldämpfe beim Arbeiten mit Klebstoffen sicher absaugen
Man unterscheidet zwei große Gruppen von Klebstoffen: lösungsmittelhaltige und chemisch reagierende Klebstoffe (Reaktionsklebstoffe). Alle Klebstoffanwendungen haben eine Gemeinsamkeit:
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Man unterscheidet zwei große Gruppen von Klebstoffen: lösungsmittelhaltige und chemisch reagierende Klebstoffe (Reaktionsklebstoffe). Alle Klebstoffanwendungen haben eine Gemeinsamkeit: Sie benötigen saubere Klebeoberflächen. Deshalb ist oft noch eine Oberflächenvorbehandlung erforderlich wie das Reinigen mit wässrigen oder lösungsmittelhaltigen Reinigern, Strahlen, Schleifen oder eine Laservorbehandlung. Lösungsmittelhaltige Kleber enthalten meistens Spiritus, Methanol oder Toluol. Wenn diese Lösungsmittel in die Umwelt verdampfen, lagern sich die langen Molekülketten aneinander und haften zusammen (Kontaktkleben).
Reaktionsklebstoffe binden durch eine chemische Reaktion ab. Ein Beispiel dafür sind Zweikomponenten-Klebstoffe. Erst durch Mischen von zwei Substanzen wird der eigentliche Klebstoff hergestellt, indem eine Polymerisation eingeleitet wird. Bei chemisch reagierenden Einkomponentenklebstoffen kommt die zweite Substanz, die das Abbinden einleitet, oft aus der Umgebung. Es kann Luftsauerstoff, Luftfeuchtigkeit (beispielsweise bei Sekundenkleber) oder Licht sein. Es gibt sogar Klebstoffe, denen eine Komponente entzogen werden muss (zum Beispiel der Sauerstoff), damit der Abbindevorgang einsetzt. Solche anaeroben Klebstoffe werden auch zum Sichern von Schrauben genutzt. Sie werden in speziellen Flaschen aus sauerstoffdurchlässigem Kunststoff gelagert.
Oft werden bei solchen Klebstoffen zusätzlich lösungsmittelhaltige Aktivatoren zur Beschleunigung der Aushärtung eingesetzt. Ein solcher Klebstoff kommt auch bei der zur Nussbaum-Gruppe gehörenden Kemptener Maschinenfabrik GmbH, einem Anbieter von Mobilhydraulik für die Landmaschinen-, Bau- und Nutzfahrzeugindustrie, zur Sicherung von Schrauben zum Einsatz.
Schadstoffe sicher absaugen und filtern
Beim Umgang mit all diesen Klebstoffen müssen die anfallenden Schadstoffe durch eine anwendungsspezifische Absaug- und Filteranlage am Arbeitsplatz abgesaugt und gefiltert werden. Das schützt Menschen, Umwelt und Maschinen. Zur Reinhaltung der Arbeitsluft in Produktions- oder Laborumgebung arbeitet die Kemptener Maschinenfabrik mit der TBH GmbH in Straubenhardt zusammen. TBH bietet unter anderem Absauganlagen für Dämpfe von Lösemittelklebern, Reaktionskleber oder auch für die Stäube aus der Oberflächenvorbehandlung. Diese Absauganlagen entsprechen höchsten Qualitätsstandards und sind mit den erforderlichen Prüfsiegeln im industriellen sowie im medizinischen Bereich zertifiziert.
Lösungsmittel an mehreren Arbeitsplätzen gleichzeitig absaugen
In der Mobilhydraulik wird zur Sicherung für die hochvibrations- und -schlagbeanspruchten Gewindeverbindungen der Klebstoff Loctite verwendet. Vorher werden die Teile gereinigt und aktiviert. Durch ein Rotorspray können die Innengewinde dann sicher benetzt werden. Damit Mitarbeiter die Lösungsmitteldämpfe nicht einatmen müssen, wurde eine TBH-Absauganlage LN 610 A installiert, die an mehreren Klebearbeitsplätzen gleichzeitig absaugt (Bilder 1 und 2).
Die Absauganlage hat einen effektiven maximalen Absaugvolumenstrom von 1500 m³/h, der per Drehzahlregelung stufenlos zwischen 100 und 1500 m³/h eingestellt werden kann. Die abgesaugte, gereinigte Luft wird aus Energiespar-Gründen in die Arbeitshalle zurückgeführt. In der Absauganlage LN 610 A sorgt ein großer Aktivkohlefilter dafür, dass die Schadstoffe aus der Luft entfernt werden und die gereinigte Luft somit problemlos in die Umgebungsluft zurückgeführt werden kann. Mit flexiblen Absaughauben werden die Absaugstellen den wechselnden Anforderungen angepasst.
Beweglicher Absaugarm kann flexibel umgesetzt werden
An einem weiteren Arbeitsplatz wurde der bewegliche Absaugarm Alsident mit großer Haube installiert (Bild 3), der für andere Klebeaufgaben flexibel umgesetzt werden kann. Bei den vorgegebenen Betriebsbedingungen ist es erforderlich, dass die verbrauchte Aktivkohle nach etwa einem bis eineinhalb Jahren ausgetauscht wird. Die Aktivkohle befindet sich in zwei Kassetten, die innerhalb von zwei Minuten leicht gewechselt werden können. Auch das Recycling stellt für den Kunden kein Problem dar, weil TBH die Aktivkohlekassetten kostenlos zurücknimmt und fachgerechte entsorgt.
Wolfgang Seibert ist Mitarbeiter der TBH GmbH in 75334 Straubenhardt, Tel. (0 70 82) 9 47 30, info@tbh-online
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