Windenergie

Logistikkosten bei größeren Windkraft-Anlagen im Griff behalten

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Bild 1 (siehe Bildergalerie) verdeutlicht, was man in der Transportlogistik unter „regionalen Gegebenheiten“ zu verstehen hat. Man muss erst einmal einen Dienstleister finden, der solche offensichtlich riskanten Transporte vertrauenswürdig durchführen kann.

Geschweige dass man erst einmal die Rahmenbedingungen schaffen muss, damit diese Transporte an Ort und Stelle überhaupt durchgeführt werden dürfen. Häufig muss streng formalen administrativen Kriterien Genüge getan werden, Genehmigungen sind zu bezahlen.

Mehr Transporte in der Summe können die kostengünstigere Alternative sein

Grundsätzlich verfolgt Nordex die Strategie, den sogenannten Triebstrang, also die drehenden Teile im Maschinenhaus (Bild 4), und den Rahmen (Grundträger) getrennt zu produzieren, zu transportieren und auch zu errichten. Wollte man beides als ein Stück transportieren, würde man das Maschinenhaus-Stückgewicht von 50 auf 90 t anheben.

Nordex hätte zwar einen Transport weniger, weil eine Komponente weniger separat transportiert werden müsste, trotzdem würden sich, auf dieses Projekt in Süditalien hochgerechnet, die Logistikkosten um 18000 Euro pro Anlage erhöhen. Oder wenn man im kalabrischen Bestimmungshafen Crotone darauf angewiesen gewesen wäre, die Rohrsektionen mit zwei Kränen zu entladen anstatt mit einem Kran und einem Haken an eine bis zu 25 m lange Rohrsektion heranzugehen, hätte das die Logistikkosten pro Anlage um 16000 Euro in die Höhe geschraubt. Nordex vertraut bei diesen Verbringungen beispielsweise auf Anschlagpunkte von Spanset, die einzigen Anschlagpunkte für Rohrsektionen, die laut Petzold schrägzugzertifiziert sind.

Letzte Meile ist Logistikkosten-Treiber bei Windkraftanlagen

Fazit: Bei allem, was in der Tansportlogistik für Windkraftanlagen routiniert abgewickelt werden kann, spielen die Distanzen beinahe keine Rolle. Kostentreiber ist immer die „letzte Meile“, also der letzte Transportschritt in der Kette. Wenn ein Flügel zum Beispiel so lang ist, dass er nur von einem deutschen oder schwedischen Spezial-Trailer in Italien gefahren werden kann, dann gehen die Kosten schnell „durch die Decke“.

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