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Wilo setzt in China auf aufeinander abgestimmte juristische Maßnahmen. Basis der Verfahren ist eine breit angelegte Vorabrecherche, die gerichtsfeste Beweise liefert. Sie wird von Experten durchgeführt, die vor Ort ermitteln. Alle Beweise werden notariell beglaubigt, damit sie vor Gericht verwendet werden können.
Produktpiraterie auch bei Labels und Kartons
Das Dortmunder Traditionsunternehmen beobachtet den chinesischen Markt genau und lässt, wenn nötig, auch Razzien durchführen, bei denen gefälschte Pumpen von den Behörden beschlagnahmt werden. Das gilt auch für Drucker und Verpackungshersteller, die gefälschte Labels oder Kartons mit der Marke Wilo herstellen.
Oft werden nämlich Pumpen und Etiketten separat geliefert, um die Verfolgung zu erschweren. Die regelmäßige Überwachung von Fachmessen und eine jährliche Analyse des Fälschermarktes sorgen zudem als Frühwarnsystem für die erforderliche Transparenz.
Chinesische Gesetze gegen Produktpiraterie nutzen
Den Angriffen auf die eigene Marke setzt das Dortmunder Unternehmen Widersprüche und Zivilprozesse entgegen, wobei Wilo die chinesischen Gesetze wie zum Beispiel Patent- und Markenrecht, Urheberrecht sowie Wettbewerbsrecht zur Verfügung stehen. Der deutsche Hersteller hat in China mehrere Zivilprozesse durchgeführt und alle gewonnen. So wurde der größte Fälscher, die Xinwilo Electric Motor Co. Ltd., auch in zweiter Instanz vom Supreme Court in Beijing zur sofortigen Einstellung der Fälschungen, einer empfindlichen Geldstrafe und einer öffentlichen Entschuldigung in der chinesischen Fachpresse verurteilt.
Um einen Prozess zu vermeiden, verpflichtete sich im Zuge dessen auch die Taizhou Taifu Pump Co. Ltd., das Fälschen zu unterlassen und alle Formen unter Aufsicht des Gerichtes zu zerstören. Jüngster Erfolg der Wilo SE in China ist das Urteil gegen die Shanghai Wile Pump Ltd., der das Gericht jetzt die Nutzung der Marke Wile und die Fälschung von Pumpen untersagte.
Erfolge gegen Produktpiraterie sprechen sich in China herum
Solche Erfolge machen auch in China Schlagzeilen. Das Urteil gegen die die XinWilo Electric Motor Co. Ltd. gilt in der Volksrepublik inzwischen als Präzedenzfall, es wurde in der Presse breit kommuniziert. Die China Intellectual Property News, Chinas führende Publikation für geistiges Eigentum, behandelte den Fall ausführlich.
Nicht wenige deutsche Unternehmen scheitern in China, weil sie formale Fehler machen. Das Beispiel der Wilo SE zeigt jedoch, dass sich deutsche Unternehmen im Reich der Mitte nicht nur gegen Fälscher wehren können, sondern dort auch Weichen stellen können. Voraussetzung ist, dass die Prozesse strategisch gut geplant und professionell durchgeführt werden.
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