Fernüberwachung Maschinen- und Anlagensteuerung über Mobilfunk mit VPN

Autor / Redakteur: Thorsten Hojas / Alexander Strutzke

Die Überwachung und Steuerung von Maschinen vor Ort gehört der Vergangenheit an. Heute sind Flexibilität, permanenter Zugriff und vor allem geringe Kosten gefragt. Mobilfunkbasierte Lösungen mit fester IP-Adresse und VPN-Anbindung schaffen diesen Spagat.

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Die Datenübertragung über das Mobilfunknetz hat einen wesentlichen Vorteil: Eine kabelbasierte und teure Anbindung einer Maschine oder Anlage an fest installierte Datennetzwerke im Haus ist nicht erforderlich. Auch unter IT-Sicherheitsaspekten ist eine feste Verkabelung nicht ratsam. Will beispielsweise der Mitarbeiter eines Wartungsdienstes von außen Zugriff auf das System bekommen, müssen Freischaltungen in den Firewalls erfolgen, was einen weiteren personellen Aufwand und Sicherheitsrisiken nach sich zieht.

Diese Probleme werden mit dem Mobilfunknetz als Übertragungsweg umgangen. Gleichzeitig garantieren verschiedene Verschlüsselungs- und Authentifizierungsverfahren die IT-Sicherheit auf höchstem Niveau. Nachdem der Kontakt zum Beispiel zu einer Heizungsanlage hergestellt ist, können Hausverwaltung, Wartungspersonal oder der Wärmecontractor mit dem PC oder einem Smartphone via Internet auf die Geräte zugreifen.

Über eine feste IP-Adresse wird auf das Endgerät zugegriffen

Ermöglicht wird dieser direkte Zugriff auf die Anlage durch eine Technik namens IP-Mobile, welche von der Marcant GmbH aus Bielefeld entwickelt wurde. Kern dieser Innovation ist die feste Koppelung einer IP-Adresse mit dem jeweiligen Endgerät. Dadurch kann eine Vielzahl von Geräten einzeln über das Internet erreicht werden. Den registrierten Nutzern steht ein eigens entwickeltes, intuitiv zu bedienendes Webportal zur Verfügung, das den Zugriff auf die Anlagen ermöglicht. Außer dem Auslesen der Daten können die Nutzer die Anlagen auch steuern, was bei handelsüblichen GPRS- oder UMTS-Endgeräten nicht möglich ist.

Einsatzmöglichkeiten der IP-Mobile-Technik fast unbegrenzt

Die Einsatzmöglichkeiten der IP-Mobile-Technik sind nahezu unbegrenzt. Außer für die Steuerung von Heizungsanlagen lässt sich die Machine-to-Machine-Kommunikation (M2M) auch in ganz anderen Branchen und Industriezweigen anwenden. In der industriellen Produktion kann IP-Mobile beispielsweise genutzt werden, um die bei einem Kunden eingesetzten Maschinen zu warten, ohne dass eine Verkabelung erforderlich ist.

Via GPRS oder UMTS lassen sich etwa der Füllstand von Spritzgussmaschinen in der Kunst-stoffindustrie, die Temperatur von Kesselanlagen in der chemischen Industrie oder die Wartungsintervalle von Blechpressen in der Autoindustrie aus der Ferne kontrollieren. Durch die eingesetzte Technik können daher Stillstandszeiten verringert und die Produktionsauslastung erhöht werden. IP-Mobile reduziert somit nicht nur Produktions- und Verbrauchskosten, sondern auch die Kosten für die Wartung der einzelnen Anlagen.

Die Einsparpotenziale der Technik sind beträchtlich, zumal die Bereitstellung und Nutzung nur geringe Kosten verursacht. Ein Teil der laufenden Kosten entsteht durch den gebührenpflichtigen GPRS- oder UMTS-Datenstrom. Dieser wird allerdings selten überwacht.

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