Akytec aus Hannover hat einen cloudbasierten Service zur Fernüberwachung und Steuerung von Industriesystemen gestartet. Gerate wie die „Mini-SPS“ PR103 profitieren von den vielfältigen Möglichkeiten der Akytec Cloud – deren Nutzung kostenlos ist.
Das programmierbare Relais PR103 von akYtec ist eine „Mini-SPS“ zur Steuerung unter anderem in Lüftungs- und Heizungsanlagen und automatischen Pumpen.
(Bild: Akytec)
Um Kosten und Zeit zu sparen, setzen immer mehr Industrieunternehmen auf die Möglichkeit, Geräte und Systeme aus der Ferne zu überwachen und zu steuern. Dafür eignen sich Web- beziehungsweise cloudbasierte Dienste: Per Internetverbindung ist es möglich, Industriesysteme anzusteuern und zu bedienen, als wäre man selbst vor Ort.
Lange Anfahrten von Servicekräften entfallen, und sogar die Anwender selbst können unter Umständen einfache Wartungsaufgaben selbst vornehmen – von jedem Ort, an dem es eine Internetverbindung gibt. Diese und viele weitere Möglichkeiten eröffnen sich mit Akytec Cloud. Der Dienst ist seit Beginn des Jahres gestartet und steht allen Nutzern kostenlos zur Verfügung, die Akytec-Geräte mit Internet-Konnektivität in ihren Anwendungen verwenden.
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Akytec Cloud – industrielle Anwendungen online überwachen und steuern
Die Plattform umfasst Tools zur Visualisierung von Prozessen wie mnemonische Diagramme, Grafiken, Tabellen, Berichte, eine Bibliothek mit animierten Symbolen und vieles mehr. Akytec Cloud ist sowohl für PCs als auch für mobile Geräte optimiert, sodass Benutzer jederzeit und von jedem Ort aus auf ihre Prozessabläufe zugreifen können. Zudem stehen Sofortbenachrichtigungen zur Verfügung, mit denen Benutzer per E-Mail oder Telegram-Bot unbegrenzt Nachrichten zu benutzerdefinierten Ereignissen oder Alarmen erhalten und so stets auf dem Laufenden bleiben.
Die Plattform unterstützt über Netzwerk-Gateways der Gx24-Cloud-Serie Verbindungen sowohl mit Akytec-Geräten als auch mit Geräten von Drittanbietern. Alle von Feldgeräten gesammelten Daten werden auf Servern innerhalb der EU gespeichert und erfüllen die aktuellen Tier-III-Sicherheitsstandards, wodurch die Datensicherheit und -integrität gewährleistet ist. Mit seinem integrierten OPC UA-Client und der offenen API kann Akytec Cloud mit externen Systemen kommunizieren. Dank dieser Funktionalität kann es nicht nur als webbasiertes SCADA-System, sondern auch als Datenschicht für benutzerdefinierte industrielle Anwendungen dienen und bietet somit Flexibilität für verschiedene industrielle Anforderungen.
Akytec Cloud bietet Echtzeitüberwachung und automatisierte Steuerung, sodass Benutzer anpassbare Sollwerte und ereignisgesteuerte Reaktionen basierend auf ihren spezifischen betrieblichen Anforderungen definieren können. Diese Sollwerte sind nicht fest vorgegeben, sondern frei einstellbar, was eine präzise Abstimmung für verschiedene Anwendungen ermöglicht.
Vielseitige Anwendungen möglich
In Rechenzentren können Benutzer beispielsweise die Belüftung so konfigurieren, dass sie aktiviert wird, wenn die Temperatur im Serverraum einen bestimmten Schwellenwert, beispielsweise 27 °C, überschreitet, oder Warnmeldungen für Stromausfälle festlegen, wenn die USV-Spannung unter 210 Volt fällt. Diese Werte können jedoch an die Anforderungen einer bestimmten Anlage angepasst werden. In Heizungsanlagen können Heizsysteme so programmiert werden, dass die Brennstoffzufuhr erhöht wird, wenn die Temperaturen unter 80 °C fallen. Anwender können diesen Bereich je nach Prozesseffizienz und Sicherheitsanforderungen ändern. Die Gasdrucküberwachung ist ebenfalls anpassbar; hier können z.B. Warnmeldungen für Druckabfälle unter 1,5 bar oder andere als kritisch erachtete Schwellenwerte eingestellt werden.
In der Gebäudeautomation ermöglicht Akytec Cloud eine dynamische HLK-Steuerung, bei der Temperatursollwerte wie 22 °C während der Arbeitszeiten und 18 °C in der Nacht Beispiele für Energiesparstrategien sind. Diese Werte lassen sich für unterschiedliche Umgebungen konfigurieren. Die Überwachung der Luftqualität kann ebenfalls an unterschiedliche Belegungsgrade und Vorschriften angepasst werden: So wird beispielsweise eine Belüftung ausgelöst, wenn der CO2-Gehalt 1000 ppm überschreitet.
Für Wasseraufbereitungs- und Pumpstationen können Benutzer Betriebsdruckbereiche definieren, beispielsweise die Aufrechterhaltung des Systemdrucks zwischen 3 und 6 bar, wobei bei Unterschreiten eines vom Benutzer festgelegten Schwellenwerts automatisch Reservepumpen zugeschaltet werden. Die Leckageerkennung basiert auf unerwarteten Durchflussänderungen, wobei die Empfindlichkeit für unterschiedliche Rohrleitungsnetze und Betriebsbedingungen einstellbar ist. In der Landwirtschaft und Bewässerung können automatische Bewässerungssysteme so konfiguriert werden, dass sie bei einem Bodenfeuchtegehalt von unter 30 Prozent aktiviert werden. Je nach Pflanzenart, Bodenbeschaffenheit und lokalem Klima lässt sich auch dieser Sollwert ändern.
Das System ist auf maximale Flexibilität ausgelegt und ermöglicht es Betreibern, Schwellenwerte, Automatisierungsregeln und Benachrichtigungen zu definieren und optimal an ihre spezifischen Prozesse und Anforderungen anzupassen.
Bereit für Akytec Cloud – programmierbares Relais PR103
Das programmierbare Relais PR103 ist das erste Gerät von Akytec dieser Art mit integriertem Ethernet. Akytec hat seine „Mini-SPS“ vor allem für den Einsatz in kleineren automatisierten Anlagen konzipiert: Das kompakte Relais kann in Lüftungs- und Heizungsanlagen sowie in automatischen Pumpen und vielen weiteren Geräten eingesetzt werden. Mit seiner Funktionalität kommt es einer speicherprogrammierbaren Steuerung nahe.
Stand: 08.12.2025
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Die Ethernet-Schnittstelle ermöglicht die Integration des PR103 in verteilte Systeme, es ist bereit für die Einbindung in die Akytec Cloud und damit nutzbar zur Fernbedienung und Verwaltung von Geräten. Das PR103 besitzt zwei RS-485 Schnittstellen für die Datenübertragung zur übergeordneten Ebene. Zur Erweiterung der eigenen Ein-/Ausgänge können PRM-Erweiterungsmodule über den internen Bus verbunden werden. Das Schreiben von Algorithmen erfolgt durch den Benutzer in FBD-Sprache mit Unterstützung von Funktionsblöcken auf ST in der freien Programmierumgebung ALP, das Laden und Konfigurieren von Algorithmen über Micro-USB, Ethernet oder RS-485.
Ein Anwendungsbeispiel aus der Praxis für das PR103 ist ein Steuerungssystem, das in Wassertanks die Pegelstände verwaltet und die Fernsteuerung der Ventile eines Tiefbrunnens mit Online-Wasserzählerablesung umfasst. Die Hauptsteuerung bietet manuelle und automatische Modi auf Grundlage der Wasserstände. Das von Akytec realisierte System sorgte beim Kunden für erhöhte Effizienz, eine Reduzierung der Arbeitskosten und ermöglichte die Echtzeitüberwachung mittels Scada-System sowie die Ausführung von Steuerungsfunktionen.
Das PR103 bietet zehn digitale Eingänge, davon sind vier schnelle digitale Eingänge (bis zu 100 kHz), die für den Anschluss von Encodern und anderen Hochgeschwindigkeitsgeräten geeignet sind. Anwendern stehen außerdem sechs universelle Analogeingänge (4-20 Milliampere / 0-10 Volt) und bis zu zehn digitale Ausgänge zur Verfügung, darüber hinaus ist das PR103 mit bis zu zwei analogen Ausgängen erhältlich. Neben Ethernet stehen zwei RS485-Ports zur Verfügung, auch der Anschluss über USB ist möglich. Die für die Programmierung erforderliche Software Akytec ALP ist kostenlos. Sie ermöglicht die Programmierung mit Function Block Diagrams (FBD) mit Unterstützung von Blöcken innerhalb von ST-Programmen.
SPC210 – SPS und HMI in einem Gerät
Das SPC210 ist eine kompakte All-in-One-Lösung, die die Funktionen einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) und einer Mensch-Maschine-Schnittstelle (HMI) in einem einzigen Gerät vereint. Das SPC210 wurde zur Optimierung von Automatisierungssystemen entwickelt und macht separate SPS- und HMI-Hardware überflüssig, wodurch Installationszeit, Kosten und Komplexität reduziert werden. Das platzsparende Design ist besonders vorteilhaft in Automatisierungsschränken mit begrenztem Platzangebot und ermöglicht eine flexiblere Installation und eine effiziente Systemarchitektur.
Das SPC210 verfügt über umfangreiche Anschlussmöglichkeiten: Mit RS-232-, RS-485- und Ethernet-Schnittstellen unterstützt das Gerät Industrieprotokolle wie Modbus RTU/TCP, OPC UA und MQTT und lässt sich leicht in industrielle Netzwerke und cloudbasierte Lösungen integrieren. Das SPC210 ist vollständig kompatibel mit den I/O-Modulen Mx110 und Mx210 von Akytec, eine Systemerweiterung ist ohne Kompatibilitätsprobleme möglich.
Die Programmierung des SPC210 erfolgt mit Codesys V3.5, einer verbreiteten und flexiblen Entwicklungsumgebung, die mehrere IEC 61131-3-Programmiersprachen, erweiterte Debugging-Tools und einen integrierten Visualisierungseditor unterstützt. Dadurch können Ingenieure sowohl Logiksteuerungsanwendungen als auch Benutzeroberflächen auf einer einzigen Plattform entwickeln, was einen reibungslosen Arbeitsablauf vom Entwurf bis zur Bereitstellung gewährleistet.
Das SPC210 eignet sich ideal für Anwendungen in Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK) sowie in Wasseraufbereitungsanlagen und anderen Versorgungs- und Infrastrukturprojekten. Dank der integrierten Visualisierungsfunktionen können Bediener Prozesse direkt vom Gerät aus überwachen und steuern, ohne dass eine externe HMI erforderlich ist. Darüber hinaus kann das SPC210 direkt mit der Akytec Cloud verbunden werden, was Fernzugriff, Echtzeitüberwachung und automatisierte Steuerung ermöglicht und das Gerät zu einer zukunftssicheren Lösung für die moderne Industrieautomation macht.