Plagiatsszene Maschinenbau erleidet deutlich weniger Schaden durch Plagiate

Quelle: dpa

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Im deutschen Maschinenbau ist der Schaden durch Fälschungen über die letzten Jahre laut den verfügbaren Daten gesunken, heißt es. Vor allem China tat sich dadurch früher unrühmlich hervor.

Wenn es geht, kommen Plagiate unter den Hammer oder unter die Walze. Bei kopierten Maschinen geht das nicht so einfach. Immerhin sinken die Plagiatsfälle im Maschinenbau, wie Experten jetzt analysiert haben. Hier die Erklärung dazu...(Bild:  W. Walz)
Wenn es geht, kommen Plagiate unter den Hammer oder unter die Walze. Bei kopierten Maschinen geht das nicht so einfach. Immerhin sinken die Plagiatsfälle im Maschinenbau, wie Experten jetzt analysiert haben. Hier die Erklärung dazu...
(Bild: W. Walz)

Es gibt auch Gutes zu berichten. Dazu gehört, dass Plagiatoren weltweit weniger aktiv sind, als bisher. Auch seien etwas weniger Unternehmen von Plagitasfällen betroffen. Dennoch kennt keiner die vielzitierte Dunkelziffer, welche die nicht gemeldeten Umsatzeinbußen beinhaltet. Experten glauben, sie könnte dennoch recht hoch sein. Exakt bekannt ist aber Gesamtsumme der gemeldeten Schäden, die sich von 7,6 Milliarden Euro in 2020 auf 6,4 Milliarden Euro verringert hat, berichtete der Branchenverband VDMA gestern, im Rahmen der Hannover Messe 2022.

Anklagen können relativ erfolgreich verlaufen

Speziell kleinere Unternehmen trifft die Produktpiraterie relativ hart. Auffällig sei aber, dass diese seltener dagegen vorgingen, etwa weil der Aufwand hoch sein könnte. Insgesamt gesehen, würden aber nun öfter Maßnahmen gegen Fälschungen ergriffen. In zwei Dritteln der Fälle bleibe die Entdeckung nicht folgenlos, vor zwei Jahren war es gut die Hälfte. In China könne man Plagiateure ebenfalls verklagen - doch der Ausgang sei mitunter offen. Fazit: wenn man einen erwischt hat, gibt es keine Garantie, dass man Recht bekommt.

China und Indien führen die Plagiator-Welt an

Diese Analyse wird übrigens alle zwei Jahre vorgenommen. Sie zeigt diesmal auch, dass der Umfang von Produkt- und Markenpiraterie (von 2010 bis 2020 im Schnitt bei über 7 Milliarden Euro liegend) geringer wurde. Die mit Abstand häufigsten Plagiate führten die befragten Unternehmen aber weiterhin auf China zurück. China wurde als Plagiatsschädling von 87 Prozent der Betroffenen genannt. Das ist wenig überraschend, denn China ist leider ein treuer Begleiter, wie Ferdinand Jarisch vom Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit, welches die Untersuchung durchführte, anmerkte. Bemerkenswert sei aber, dass Indien am zweithäufigsten genannt wurde (26 Prozent).

In diesem Zusammenhang vielleicht auch interessant: China diszipliniert sich bei Produktpiraterie.

Viele Plagiatsfälle auch durch deutsche Unternehmen

Auf Rang drei folgen, man glaubt es kaum, bereits Plagiatsfälle aus dem heimischen Umfeld, die sich mit 19 Prozent bemerkbar machen. Als Ursachen für deutsche Fälschungen von deutschen Maschinen und Anlagen vermutet Jarisch etwa die fehlende Sprachbarriere oder Gelegenheiten zum relativ leichten Datenklau. Die Daten werden manchmal einfach per USB-Stick mitgenommen, wenn jemand zur Konkurrenz wechselt, begründet Jarisch seine These. Doch es seien nicht nur Insider und Wettbewerber, die als Plagiatoren in Erscheinung träten. Es könnten auch Auftraggeber und Zulieferer die Quellen von Plagiaten sein. Besonders oft geht es dabei um den sogenannten unlauteren Nachbau, so Jarisch.

Das Nachäffen von Maschinen will wohl überlegt sein

Insgesamt hatten gemäß den Rückmeldungen zuletzt 72 Prozent der Teilnehmer Probleme mit Plagiaten, bei der Erhebung des vorvergangenen Jahres waren es 74 Prozent. Allerdings ist die Stichprobe mit 68 Unternehmen gering, was der VDMA-Sicherheitsexperte Steffen Zimmermann auf mögliche Faktoren wie Scham oder andere Prioritäten im laufenden Geschäft zurückführt. Zudem seien technische Plagiate oft ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Beschäftigte oder die Umwelt, wenn es nicht um reine Design-Fragen oder Markenrechte gehe, sondern um die Bedienung komplizierter oder sensibler Anlagen.

Wer mehr wissen möchte, kann sich gerne diesen aufschlussreichen Experten-Talk ansehen.

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