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Doch die Preise machen Probleme, denn durch die jahrelange Abwesenheit der deutschen Firmen sind asiatische Low-Cost-Neumaschinen im Bereich der Standardmaschinen stark geworden. Zur Bewältigung solcher und anderer Schwierigkeiten ist es sehr wichtig, vor Ort einen Repräsentanten zu haben, der die Sprache spricht. Die S+B Maschinenhandelsgesellschaft konnte einen solchen Vertreter vor Ort akquirieren.
Importzölle bremsen Gebrauchtmaschinenhandel mit dem Iran
Ein Beispiel dafür, wie viele Hindernisse im Iran einem florierenden internationalen Handel noch entgegenstehen, sind die Einfuhrzölle, die den Gebrauchtmaschinenmarkt hemmen. Augenstein berichtet: „Wir haben uns gewundert, dass nach wenigen technischen Daten und Preis immer nach dem Gewicht gefragt wurde. Bis wir erfahren haben, dass der Zoll etwa ein Euro pro Kilogramm Maschinengewicht beträgt!“ Das sei zusätzlich zu den Transportkosten fast schon ein K.-o.-Kriterium für Gebrauchtmaschinen.
Dennoch übt der Iran große Anziehungskraft auf deutsche Maschinenbauer aus. Alexander Attenberger, Abteilungsleiter Vertrieb Universalmaschinen International bei den Grob-Werken in Mindelheim, erläutert: „Nachdem 2015 die Wirtschaftssanktionen fallen gelassen wurden, sehen wir im iranischen Markt für uns als Unternehmen großes Potenzial.“ Es sei sehr wichtig, gleich von Beginn an das Unternehmen als Marke zu etablieren, um langfristig erfolgreich zu sein. Da die Teilnahme an der ersten AMB Iran 2016 sehr positiv war, erhoffe man sich von dem Umzug in das moderne Messegelände Shahr-e-Aft-rab noch mehr potenzielle Kunden und Interessenten. Neben dem Automobilmarkt sehe seine Firma gute Chancen in den Bereichen Werkzeug- und Formenbau sowie im allgemeinen Maschinenbau. Als Familienunternehmen mit globalisierter Ausrichtung könne man auch den Kunden im Iran mit sehr kurzen Reaktionszeiten eine optimale Betreuung sicherstellen.
Emco-CEO sieht Marktchancen für Werkzeugmaschinen im Iran durchweg positiv
Ebenso beurteilt Stefan Hansch, CEO der Emco Group mit Produktionsstandorten in Deutschland, Österreich und Italien, die Situation durchweg positiv – speziell die Marktchancen für Neumaschinen. Er verweist auf das Statistische Bundesamt und den VDMA: „Die Lieferungen deutscher Maschinen in den Iran stiegen in den ersten neun Monaten 2016 um 18,4 % im Vergleich zum Vorjahr – ein klares Indiz, dass die iranische Industrie Bedarf hat und in innovative Produkte investieren will.“ Bei der nun anstehenden industriellen Expansion soll vorwiegend moderne Technik zum Einsatz kommen. Auch das Thema Industrie 4.0 sei im Fokus. Um diesen Anforderungen zu entsprechen, werde der iranische Maschinenbau mit ausländischen Lieferanten kooperieren und auf den Transfer von Know-how setzen.
* Ulrich W. Schamari ist freier Fachjournalist in 60320 Frankfurt am Main
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