Digitalisierung und Automatisierung  Maschinensicherheit – 5 wichtige Trends im Jahr 2026

Ein Gastbeitrag von Dr. Thomas Oberst * 2 min Lesedauer

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Bei Maschinen wird sich die Digitalisierung und Automatisierung auch im  Jahr 2026 fortsetzen. Hersteller und Betreiber stehen vor der Herausforderung, neue  Technologien zu integrieren und zugleich die Anforderungen an Funktionale Sicherheit  und Cybersicherheit zu erfüllen.

Maschinensicherheit 2026 ist mehr als ein Schutz vor physischen Gefahren – sie  umfasst auch die Absicherung digitaler Prozesse.(Bild:  Tüv Süd)
Maschinensicherheit 2026 ist mehr als ein Schutz vor physischen Gefahren – sie umfasst auch die Absicherung digitaler Prozesse.
(Bild: Tüv Süd)

 Maschinensicherheit entwickelt sich weiter zu einem  ganzheitlichen Konzept. Tüv Süd gibt einen Überblick über fünf wichtige Trends

1. Intelligente Sensorik und vernetzte Überwachungssysteme 

Moderne Sensoren und Industrial-IoT-Lösungen ermöglichen die kontinuierliche  Echtzeitüberwachung von Maschinenzuständen. Dadurch vergrößert sich aber auch die  Angriffsfläche für Cyberattacken. Die Risikobewertung muss diese Veränderungen und  die dadurch entstehenden Bedrohungen berücksichtigen. Software, Firmware und  sicherheitsrelevante Teile von Steuerungssystemen müssen vor Manipulationen  geschützt werden, welche die Sicherheit beeinträchtigen. 

2. Künstliche Intelligenz für optimale Prozesse und Predictive Maintenance 

KI kann dazu beitragen, Prozesse zu optimieren, Maschinen flexibler zu gestalten und  drohende Ausfälle von Maschinen oder Komponenten vorherzusagen. Damit die KI  zuverlässige Ergebnisse liefert, muss die Integrität der Daten durch digitale und  physische Maßnahmen geschützt werden. Dafür gibt es noch keine harmonisierten  Normen. Deshalb ist es nötig, im Rahmen einer Risikobewertung individuelle Anforderungen und Maßnahmen zu entwickeln. Wenn Sicherheitsfunktionen betroffen  sind, ist die Einbindung einer notifizierten Stelle notwendig. 

3. Automatisierte und autonome Sicherheitssteuerungen

Automatisierte Sicherheitssteuerungen reagieren autonom auf kritische Situationen. Die  zunehmende Vernetzung dieser Systeme erfordert robuste Sicherheitsmaßnahmen, um  Manipulationen oder Systemausfälle zu verhindern. Die Festlegung der geeigneten  Maßnahmen erfordert Kenntnisse der Funktionalen Sicherheit, sichere Konstruktions-verfahren und ein Verständnis für wesentliche Änderungen von Maschinen.  Internationale Normen wie IEC 62443 oder IEC TR 63074 bieten eine hilfreiche und  sinnvolle Unterstützung zur Identifikation und Umsetzung von Maßnahmen für die  Sicherheit. 

4. Kollaborative Roboter mit integrierter Sicherheit

Um den Fachkräftemangel auszugleichen, setzen Unternehmen zunehmend auf eine  Kombination aus kollaborativen Robotern und Künstlicher Intelligenz. Dabei werden die  bisherigen Sicherheitsfunktionen wie visuelle Erkennung oder Kraftbegrenzung durch  digitale Schutzmechanismen ergänzt. KI-trainierte Cobots brauchen keine Schutzkäfige  oder speziell geschultes Personal. Sie sind schnell installiert und können wechselnde  Aufgaben übernehmen. Voraussetzung für einen störungsfreien Betrieb ist die  störungsfreie Kommunikation zwischen Mensch, Cobots und IT-Systemen.  

5. Cloudbasierte Sicherheitsmanagementsysteme

Cloud-Technologien ermöglichen die zentrale Erfassung und Analyse  sicherheitsrelevanter Daten in Echtzeit und über alle Standorte hinweg. Gleichzeitig  steigt die Verantwortung für den Schutz dieser Daten, der unter anderem im EU Cyber  Resilience Act (CRA) und im EU Artificial Intelligence Act geregelt ist. Um  Datenmanipulationen und Datenschutzverletzungen zu vermeiden, sind zertifizierte  Cloud-Dienste, rollenbasierte Zugriffskontrollen, regelmäßige Audits und  gegebenenfalls weitere Maßnahmen unverzichtbar. 

Maschinensicherheit 2026 ist mehr als ein Schutz vor physischen Gefahren – sie  umfasst auch die Absicherung digitaler Prozesse. Dieser Zusammenhang wird in Regelwerken  wie der EU-Maschinenverordnung (MVO) und einschlägigen Standards wie der IEC-62443-Reihe aufgegriffen. Tüv Süd unterstützt Unternehmen bei der Integration beider Dimensionen  sowie bei der Umsetzung von gesetzlichen und normativen Vorgaben und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung von sicheren, effizienten und zukunftsfähigen  Produktionsumgebungen.    

* Public Relations, Tüv Süd

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