Antriebstechnik/Hydraulik Massiver Stellenabbau bei Bosch Rexroth

Redakteur: Jürgen Schreier

Das Jobwunder in der deutschen Industrie scheint langsam zu Ende zu gehen. Nachdem bei bei Siemens Tausende von Stellen gestrichen werden, zieht nun Bosch Rexroth nach und will allein in Lohr am Main bis 2016 rund 520 Jobs – knapp 10 % – abbauen. Insgesamt fallen 580 Stellen voraussichtlich weg.

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Während sich am Wiener Burgtheater, wo Bosch Rexroth eine moderne Bühnenleitsteuerung installierte, der Vorhang hebt, fällt er am Stammsitz in Lohr am Main.
Während sich am Wiener Burgtheater, wo Bosch Rexroth eine moderne Bühnenleitsteuerung installierte, der Vorhang hebt, fällt er am Stammsitz in Lohr am Main.
(Bild: Thomas Bauer)

Mit den Stellenstreichungen wolle sich Bosch Rexroth will sich zukunftssicher und wettbewerbsfähiger aufstellen, verkündet der Hersteller von Antriebstechnik, Steuerungen und Hydraulik. Das Unternehmen setze daher zurzeit ein Programm zur Effizienzsteigerung um.

Als Teil dieses Programms sollen in der Unternehmenszentrale, im Produktbereich Industrieanwendungen sowie im Lohrer Hydraulikwerk von Bosch Rexroth, wie es heißt, die Strukturen verschlankt und Abläufe beschleunigt werden. „Um unsere gute Position im Markt zu verteidigen und künftig weiter auszubauen, müssen wir jetzt die erforderlichen Weichen stellen“, so Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Bosch Rexroth AG.

Bosch Rexroth bündelt Kleinserienfertigung im Lohrer Hydraulikwerk

Denn nach zwei Jahren mit sehr guter Umsatzentwicklung in Folge verzeichnete das Unternehmen zuletzt einen deutlichen Umsatzeinbruch. „Einige Märkte, nicht zuletzt auch unser Heimatmarkt Europa, sind weniger kontinuierlich gewachsen als in der Branche erwartet wurde“, analysiert Tragl. „Daher müssen wir unsere Strukturen nun Schritt für Schritt an die tatsächliche Marktentwicklung anpassen.“

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Bis Ende 2016 sollen bei Bosch Rexroth insgesamt bis zu 580 Stellen entfallen, vor allem in Verwaltung, Vertrieb, Planung und Entwicklung. Der Großteil davon befindet sich mit rund 520 Stellen am Unternehmenssitz in Lohr, wo die wesentlichen Zentral- und Verwaltungsfunktionen angesiedelt sind.

Ein Teil des Stellenabbaus betrifft laut Bosch-Rexroth-Chef Tragl auch das Lohrer Hydraulikwerk in den Bereichen Industrieventile, Kompakthydraulik und Hydraulikblöcke. Dort soll unter anderem die Fertigung von Kleinserien gebündelt werden, die derzeit auf verschiedene Lohrer Werksteile verteilt ist. „Wir ergreifen alle notwendigen Maßnahmen, um für diese Produkte Entwicklung und Fertigung am Standort Lohr halten zu können“, beschwichtigt Tragl.

Bosch Rexroth will Stellenabbau „sozialverträglich“ vollziehen

Der geplante Stellenabbau soll nach Angaben von Bosch Rexroth „sozialverträglich“ erfolgen. Ziel sei, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Für die betroffenen Mitarbeiter würden Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten in anderen Bereichen und Standorten der Bosch-Gruppe gesucht. Alternativ sollen Abfindungen und Vorruhestandregelungen angeboten werden.

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