Umformteile Massivumformer machen sich fit für den Leichtbau

Autor / Redakteur: Ulrich W. Schamari / Stéphane Itasse

Die Forderungen aus der Politik nach einem geringeren CO2-Ausstoß von Automobilen reichen die Hersteller auch an die Produzenten von Massivumformteilen weiter. Mit Kooperationen über die gesamte Prozesskette lassen sich dabei erstaunliche Ergebnisse erzielen.

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Neue Werkstoffe und kürzere Prozessketten sollen es den Massivumformern erlauben, das Gewicht ihrer Produkte zu verringern.
Neue Werkstoffe und kürzere Prozessketten sollen es den Massivumformern erlauben, das Gewicht ihrer Produkte zu verringern.
(Bild: Schuler)

Aus den Branchen Automobilbau, Stahlerzeugung und Massivumformung trafen sich in Stuttgart 170 Teilnehmer zur Tagung „Massiver Leichtbau im Automobil“. Im Mittelpunkt standen die Innovationen, durch die Komponenten wie Antriebsstränge und Fahrwerke ihr Gewicht verringern und damit einen substanziellen Beitrag zur Verminderung des CO2-Ausstoßes von Kraftfahrzeugen leisten können. Unter diesem Aspekt wurde die gesamte Prozesskette von der Stahlherstellung über die Komponentenfertigung und die Systemzulieferung bis zum OEM durchleuchtet.

Massivumformung steht vor schwierigen Aufgaben

Dass vor allem die Branche der Massivumformer sozusagen die Quadratur des Kreises zu bewältigen hat, erläuterte Bernd Gottschalk, ehemaliger Präsident des Verbands der Automobilindustrie und jetzt geschäftsführender Gesellschafter der Autovalue GmbH: „Sie muss Beiträge zur CO2-Reduktion leisten und gleichzeitig das Problem steigender Energie- und sonstiger Standortkosten bewältigen.“ Insbesondere die in Deutschland dominierenden hocheffizienten Schnellschmiedepressen seien sehr energieintensiv.

Hilfestellung im Bemühen um CO2-Verminderung und größere Energieeffizienz kann die Umformbranche von der Stahlindustrie erwarten. Diese entwickelt neue Generationen von hochfesten Stählen mit dem Hauptziel, das Umformverhalten zu verbessern. „Das Forschungsnetzwerk Stahl in Deutschland ist aufgrund der hohen Dichte und der engen Kooperation aller Partner einzigartig“, berichtete Peter Dahlmann vom Stahlinstitut VDEh stolz. Man befasse sich nachhaltig mit der Ausschöpfung von Leichtbaupotenzialen massivumgeformter Bauteile.

Wie notwendig es für die Massivumformung ist, zu dem im Automobilsektor herrschenden Leichtbautrend mit Innovationen beizutragen, verdeutlichte Frank Springorum von der Hammerwerk Fridingen GmbH: „Über 80 % der deutschen Schmiedeproduktion gehen in die Fahrzeugindustrie.“ Das Potenzial der Gewichtseinsparung liege hier bei 10 % und um es zu nutzen, sei Offenheit gegenüber neuen Ideen notwendig – bei den Konstrukteuren wie auch bei den Fertigungsspezialisten.

Antriebsstrang und Fahrwerk bieten noch Potenzial für den Leichtbau

Die Umkehrung der Tendenz zu immer schwereren Automobilen war Gegenstand einer Studie, deren Kernergebnisse Christian-Simon Ernst von der FKA Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen vorstellte. „Die Bereiche Antriebsstrang und Fahrwerk erzielen bezüglich des Leichtbaupotenzials den gleichen Stellenwert wie die Karosserie“, erklärte er. Zudem ergebe sich ein Potenzial für Sekundäreffekte, wie etwa ein geringeres Massenträgheitsmoment, da viele Antriebskomponenten translatorisch und rotatorisch bewegt würden.

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