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Immer engere Toleranzen fordern die Maschinenbauer heraus
Die Sicht eines Maschinenherstellers auf diese Entwicklungen erläuterte Uwe Hellbach, Geschäftsführer der Pfeiffer Biegetechnik GmbH & Co. in Plettenberg. Er sieht bei den Werkstoffen im automobilen Umfeld Wachstum bei Aluminium und hochfesten Stählen – dem Entwicklungsschwerpunkt des Unternehmens–, auf der anderen Seite würde der Einsatz weicher Stähle zurückgehen. „Toleranzen und Umformgrad sind der Antrieb für die Maschinenentwicklung“, sagte der Leiter des Streckbiegemaschinen-Spezialisten: Die Toleranzen hätten bis zum Jahr 2000 noch bei 1,5 mm bis 1 mm gelegen, mittlerweile hätten sie sich über neue Regelungen und Verbesserungen im Rohmaterial auf 0,5 mm halbiert.
„Die Entwicklung wird sicherlich weitergehen, auch Funktionsflächen sind über das gebogene Bauteil durch Nachbiegen oder Nachpressen erreichbar. Die weitere Zerspanung der Bauteile kann minimiert werden“, prognostizierte Pfeiffer. Die Erfassung und Optimierung der Toleranzen geschehe weitgehend über die Steuerungstechnik.
Neuartige Sensorik sichert Streckbiegeprozess ab
Als Gefahren beim Biegen nannte er die Faltenbildung im Druckbereich, dagegen liege das Risiko beim Streckbiegen im Überlagern des Biegebereichs durch Zugspannung. „Die Faltenbildung kriegt man relaitv leicht in Griff, schwieriger wird es im Zugbereich mit den eng gesteckten Prozessparametern.“ Diesem Risiko stellt sich Pfeiffer mit einer neuartigen Sensorik, die den Streckbiegeprozess absichert: Möglich sei dies, weil Stahl und Aluminium eine relativ gute Dehnung bei kleiner Kraft haben – es gibt fast eine Konstante zwischen Weg und Kraft bis zur ausgeprägten Streckgrenze. Die Sensorik nehme den Kraftverlauf auf und erkenne, wann das Material zu fließen beginnt.
Für die Zukunft erwartet Hellbach, dass Strukturbauteilfertigungen weiter abgesichert werden. Erreichbar sei dies durch den Einsatz von integrierter Werkstoffkennwert-Ermittelung und Abgleich der Daten gegen Werkszeugnis sowie weggesteuerte Biegeabläufe mit Aufzeichnung der wirklich erreichten Wegkurse. Ziel sei eine weitere Optimierung der Prozesstoleranzen in Bezug auf Maßtoleranz und Oberflächenausbildung, insbesondere auf Sichtflächen.
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