Werkstoffkompatibilität Mechanische Belastbarkeit ist Hauptkriterium für Dentalimplantate
Oberflächen- und Strukturkompatibilität sind zwei Hauptanforderungen an Dentalimplantate. Beides lässt sich jedoch nicht ohne Kompromisse erreichen. Wichtig ist daher eine frühzeitige Ermittlung der Belastbarkeit des Implantatwerkstoffs.
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Implantate spielen in der Medizin eine unverändert wichtige Rolle. So kommen Implantate beispielsweise zum Einsatz, wenn ein natürliches Gewebe seine Funktion durch eine Erkrankung, durch Verschleiß oder nach Schädigung durch einen Unfall nicht mehr erfüllen kann. In der Orthopädie sind Hüftendoprothesen, Implantate für Kniegelenke oder Knochenplatten zur Stabilisierung von Knochenbrüchen fest etabliert.
Auch in der Zahnmedizin haben Implantate in den letzten Jahrzehnten eine weite Verbreitung gefunden: Nach dem Verlust eines Zahnes hat der Patient neben der Überbrückung der Zahnlücke durch eine Brücke die Möglichkeit, den fehlenden Zahn durch ein Dentalimplantat zu ersetzen.
Eigen- oder Lohnfertigung von Implantat-Systemen
Die wachsende Akzeptanz von Dentalimplantaten spiegelt sich in der wirtschaftlichen Entwicklung der Branche wider: Hersteller von Dentalimplantaten verzeichneten in den letzten Jahren Zuwachsraten von 15 bis 20% [1]. Implantologisch tätige Zahnärzte können aus etwa 80 verschiedenen Implantatsystemen auswählen. Inzwischen werden Implantate von einer Vielzahl an Anbietern auf den Markt gebracht. Ein Teil der Anbieter fertigt die Implantatsysteme selbst, andere lassen die Implantatsysteme im Unterauftrag fertigen.
Bei der Versorgung mit einem Dentalimplantat wird dem Patienten ein komplexes Gebilde in den Kiefer eingesetzt: Die Zahnwurzel wird durch ein schraubenförmiges Implantat ersetzt, das im Kieferknochen einheilen muss. Nach der Einheilphase wird auf das Implantat in der Regel ein Aufbau – „Pfosten“ oder „Abutment“ – aufgeschraubt, auf dem die Krone befestigt wird, die die sichtbare Zahnlücke letztendlich schließt. Die sichere Auslegung und Fertigung der zum Teil filigranen Einzelteile einer Implantatversorgung aus biokompatiblen Werkstoffen stellt hohe Anforderungen an die Hersteller von Dentalimplantaten.
Die Oberflächen- und Strukturkompatibilität sind zwei wesentliche Anforderungen an Dentalimplantate. Oberflächenkompatibilität bedeutet, dass die Implantat-Oberfläche so gestaltet ist, dass die mit dem Empfängergewebe klinisch gewünschte Wechselwirkung erreicht wird. Der Implantat-Werkstoff muss verträglich – biokompatibel – sein, so dass beispielsweise keine entzündlichen Reaktionen auftreten.
Weiterhin ist es erforderlich, über die Implantatoberfläche mittelfristig für eine gute Verankerung des Implantats im umliegenden Knochengewebe zu sorgen: Das Implantat muss eine zuverlässige „Osseointegration“ erreichen. Dies wird durch eine Aufrauung des Teils der Implantat-Oberfläche erreicht, der im direkten Kontakt mit dem Knochengewebe steht. Das Aufrauen erfolgt beispielsweise durch Sandstrahlen oder Ätzen.
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