Anbieter zum Thema
Kommunizierende Maschinen sind nur der erste Schritt zu Industrie 4.0
„Wozu dient die Eigendiagnose einer Maschine, wenn diese dann nicht in der Lage ist, die erfassten Werte zu korrigieren? Worin liegt der Vorteil, wenn es der Mensch ist, der manuell auf jeder Maschine eingreifen muss?“ Daran erinnert Bonuzzi. „Dass die Maschinen miteinander kommunizieren, ist nur der erste Schritt: Sie müssen in jeder Hinsicht intelligent sein, von der Rüstphase bis zur Echtzeitverwaltung der Ausführungsschritte für Biegung und Schnitt“, fordert er weiter.
Industrie 4.0 sei daher gleichbedeutend mit adaptiven Maschinen, gleich ob diese einzeln eingesetzt oder in eine Logik des Produktionsflusses eingebunden werden. Ein Beispiel dafür ist aus Sicht von Salvagnini die Biegezelle Flexcell, die anlässlich der Messe Lamiera 2017 vorgestellt wurde.
Um seine Ideen von Industrie 4.0 greifbar zu machen, hat der italienische Hersteller von Blechbearbeitungsmaschinen darüber hinaus eine eigene Version des Smart Manufacturing präsentiert. Auf der Messe war eine Smart Factory im Kleinformat ausgestellt, bei der die einzelnen Systeme miteinander kommunizierten und eine Überwachungssoftware die Produktion abhängig von den Bestellungen verwaltete und optimierte.
Die Zelle umfasste ein Laserschnittsystem L3, ein Biegezentrum P1 und eine kleine Abkantpresse B3 60/2000. Die Software OPS-Flexcell verknüpfte die drei Maschinen und steuerte den gesamten Prozess. Die drei Maschinen sind in der Lage, sich automatisch zu rüsten, in Echtzeit die Änderungen durch Werkstoffeigenschaften zu lesen und zu korrigieren sowie sich an die Reihenfolge der Produktionsflüsse anzupassen – mithin smart und an das Konzept der digitalen Fabrik angepasst.
Software OPS-Flexcell steuert smarte Produktion komplett
Die Simulation der Smart Factory wird von der Software OPS-Flexcell gesteuert. Der Besucher gibt den Auftrag auf einigen Musterprodukten ein, und die Software OPS-Flexcell wickelt die Anfrage ab, indem der Lagerbestand überprüft und der Maschine die Werkstücke zugewiesen und Informationen von einer Maschine zur anderen übertragen werden. Dabei wird der Bediener durch die Abfolge der Tätigkeiten geführt, um Fehler und Verschnitt auf ein Minimum zu beschränken.
„Auf diese Weise werden Wirkungsgrad und Flexibilität maximiert“. bestätigt Bonuzzi und sagt weiter: „Es ist möglich, die Anforderungen der Produktreihenfolgen “in Pull” zu verwalten, indem die Lasten unter den Maschinen ausgeglichen werden und so die Produktionsfolge optimiert wird, ohne auf die Flexibilität zu verzichten, voneinander verschiedene Werkstücke herzustellen: Ziele, die sich häufig widersprechen, können so gleichzeitig erreicht werden.“
Auch das Biegezentrum P1 als Einsteigermodell hat Salvagnini nach eigenen Angaben gut auf die Digitalisierung vorbereitet. Ebenso wie die größeren Modelle ist es nun mit einem automatischem Blechniederhalter Aba und mit negativen Hilfsbiegewangen Clan ausgestattet, welche die Vielseitigkeit der Maschine erhöhen. Zudem entlastet die vollautomatische Handhabung des Werkstücks den Bediener, der seine Zeit anderen Arbeiten widmen kann.
Zwei weitere Punkte machen die P1 laut Hersteller attraktiv und wettbewerbsfähig: die Mindeststärke des Materials von 0,4 mm (maximal 1,6 mm), welche das Biegezentrum durchgehend und effizient handhaben kann, und die Tatsache, dass die P1 mit ihren 1250 mm maximaler Biegelänge circa 70 % der potenziell mit einem Biegezentrum von 2,5 m Biegelänge herstellbaren Paneele abdeckt. Das ist ein Prozentsatz, der die P1 besonders für all jene Hersteller und Auftragnehmer interessant macht, die zahlreiche Elemente mit weniger als 1 m Länge herstellen.
(ID:44872412)