Safety Mensch-Roboter-Kooperation zur Automation einer Spindelpresse
Zwei Industrieroboter sorgen für den wirtschaftlichen Betrieb einer 700-t-Spindepresse – normalerweise mannlos. Fällt aber einer der beiden Roboter aus, übernimmt der Mensch dessen Aufgaben. Dann arbeiten Mensch und Roboter dank eines softwarebasierten Sicherheitskonzepts auf engstem Raum zusammen.
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Vor dem Hintergrund einer höheren Variantenvielfalt und damit steigender Anforderungen an die Flexibilität der Fertigung, gewinnt die Mensch-Roboter-Kooperation zunehmend an Bedeutung. Mit seinen kognitiven Fähigkeiten kann der Mensch deutlich schneller auf veränderte Bedingungen reagieren. Dies ist auch dann ein Vorteil, wenn es gilt, einen automatisierten Prozess bei Ausfall eines Roboters aufrechtzuerhalten.
Viel Erfahrung rund um den Schmiedeprozess
Die Leiber Group ist ein gefragter Spezialist, wenn es um die Herstellung von Leichtbauteilen aus Aluminium, Magnesium oder Speziallegierungen geht. Das Unternehmen verfügt über viel Erfahrung rund um den Schmiedeprozess und insbesondere auf dem Gebiet der Aluminiumumformung und -bearbeitung.
Zu den Kunden zählt vor allem die Fahrzeugindustrie, für die Leiber Motor-, Fahrwerks- und Karosseriekomponenten liefert. Die steigende Modell- und Variantenvielfalt sowie die sinkende Modelllebensdauer zählen daher zu den wichtigsten Herausforderungen, denen man mit neuen Automatisierungskonzepten begegnen will.
Automatisierung soll für eine kontinuierliche Ausbringung sorgen
Um die Produktivität einer 700-t-Spindelpresse in der Pkw-Teilefertigung am polnischen Standort von Leiber zu steigern, hat man den Robotikspezialisten Indat beauftragt, eine Lösung für die Automatisierung der Presse zu entwickeln. Im vorliegenden Fall soll der komplette Prozess der Massivumformung von Aluminium – vom Einlegen des Rohlings bis zur Entnahme des Abgrates – künftig mannlos ablaufen, um einerseits eine kontinuierlichere Ausbringung zu erzielen und andererseits eine höhere Prozesssicherheit zu erreichen.
Weil auch das Thema Flexibilität ganz oben auf der Anforderungsliste rangierte, stellte Indat der Presse zwei Industrieroboter zur Seite. Das Roboterduo steht sich an der Spindelpresse gegenüber. Während der eine für das Umsetzen des Werkstücks in der Presse und für die Entnahme des Abgrates zuständig ist, übernimmt der andere das Einlegen des erwärmten Rohlings und das Sprühen von Trennmitteln (Wasser, Graphit).
Für die besonderen Anforderungen wurden spezielle Greifer entwickelt, die für den Heißbereich ausgelegt und wartungsfrei sind. Zudem kann mit dem Greiferkonzept ein vergleichsweise großes Teilespektrum mit minimalem Rüstaufwand gehandhabt werden. Damit wird der steigenden Variantenvielfalt Rechnung getragen.
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