Messtechnik

Messtaster ohne Defekte verringern Messfehler

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Normprüfung kann Fehler übersehen

Die ISO-Norm 10360 definiert die „Annahmeprüfung und Bestätigungsprüfung für Koordinatenmessgeräte“. In dieser Norm werden die Verfahren zur Überprüfung von Koordinatenmessgeräten definiert, vor allem auch, um Fehler aufgrund von Kugelformabweichungen der Taster zu eliminieren. Beispielsweise wird für KMG im Scanningmodus vorgeschrieben (ISO 10360-4), dass an einer Referenzkugel mit einem Durchmesser von 25 mm vier definierte Bahnen gemessen werden müssen. Es werden zwei Bahnen am Kugeläquator gemessen, die senkrecht zueinander sind, sowie zwei Bahnen die in Ebenen liegen, die um 8 mm parallel zu den Äquatorebenen versetzt sind. Durch dieses Verfahren wird die Tastkugel an unterschiedlichen Punkten und für unterschiedliche Eingriffswinkel überprüft. Liegt allerdings eine Beschädigung der Tastkugel an einer Stelle vor, die nicht zufälligerweise in dem definierten Prüfverfahren angetastet wird, so kann diese nicht erkannt werden.

Durch die in ISO 10360 beschriebenen Verfahren können großflächige Kugelformabweichungen des Messtasters zuverlässig bestimmt werden. Jedoch treten Messfehler nicht nur durch eine fehlerhafte Kugelform, sondern auch durch lokal begrenzte Beschädigungen des Messtasters auf. Diese können auf verschiedene Weise entstehen:

  • Beschädigungen beim Herstellen des Messtasters,
  • abrasive Wirkung des Prüfobjekts auf den Taster,
  • Beschädigungen aufgrund unsachgemäßer Benutzung oder Handhabung bei der Montage.

Diese Beschädigungen können sich an beliebigen Stellen auf der Tastkugel befinden und als Abflachungen, Kerben, Kratzer oder Aufwerfungen auftreten. Bei Kugelgenauigkeiten unterhalb von 1 µm können schon kleinste Fehler zu einer Verschlechterung der Zuverlässigkeit der Messungen mit einem KMG führen.

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