Fluch oder Segen? Milliarden-Finanzspritze für Ford-Deutschland – aber!

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

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Ford Deutschland darf sich über finanzielle Unterstützung durch den Mutterkonzern freuen. Aber dafür entfällt der Schutz der Amerikaner.

Die US-amerikanische Mutter des deutschen Ford-Standorts in Köln will dem angeschlagenen Autobauer zwar massiv unter die Arme greifen, aber dafür auch stärker mit weiteren Problemen in Ruhe gelassen werden ...(Bild:  Ford)
Die US-amerikanische Mutter des deutschen Ford-Standorts in Köln will dem angeschlagenen Autobauer zwar massiv unter die Arme greifen, aber dafür auch stärker mit weiteren Problemen in Ruhe gelassen werden ...
(Bild: Ford)

Der Autobauer Ford Deutschland bekommt eine kräftige Finanzspritze von seinem Mutterkonzern, verlässt dafür aber eine Art Schutzschirm der Amerikaner. Eine Kapitaleinlage von maximal 4,4 Milliarden Euro soll dazu führen, dass die Schulden deutlich reduziert werden, wie Ford aus Köln mitteilte. Zuletzt beliefen sich die Schulden der deutschen Tochter auf 5,8 Milliarden Euro. Außer der Finanzspritze zur Schuldentilgung stellt der Mutterkonzern auch noch mehrere Hundert Millionen Euro bereit, um das Geschäft in den nächsten vier Jahren anzukurbeln, wie man erfährt. Aber! Eine sogenannte Patronatserklärung aus dem Jahr 2006, über die der US-Mutterkonzern für die Schulden der deutschen Tochter bisher einstand, ist damit Geschichte. Diese Erklärung war im Konzern einzigartig. So wird Ford Deutschland gleichzeitig in Richtung finanzielle Selbstständigkeit gelenkt, wie die dpa erfahren hat. Die Ford-Entscheider aus Deutschland betonen aber, dass das ein Schritt in Richtung Normalität ist und keine Abkehr vom Standort.

Ford-Deutschland fährt schon länger im roten Bereich

Rote Zahlen schreiben die Kölner aber schon lange. Die Produktion des Kleinwagenklassikers Fiesta etwea hat der Autobauer 2023 eingestellt. Mit einer Investition von knapp zwei Milliarden Euro wurde das Kölner Werk auf Elektrokurs gebracht. Doch der Verkauf von zwei neuen Ford-Elektromodellen blieb hinter den Erwartungen zurück. Ende 2024 verkündete man ein Sparprogramm, verbunden mit dem Abbau von rund 2.900 Stellen in Köln (binnen drei Jahren). Ford-Vizechef John Lawler merkt an, dass die Konzernmutter die deutsche Tochtergesellschaft bei der Transformation des Geschäfts fördert und die Wettbewerbsfähigkeit mit einer neuen Produktpalette stärkt. Strukturen sollen vereinfacht und Kosten gesenkt werden, damit die Effizienz gesteigert werden kann, wie es relativ unkonkret heißt. Der Ford-Betriebsrat sieht das Ganze mit gemischten Gefühlen. Man müsse jetzt gut wirtschaften, sonst kann sogar die Insolvenz kommen. Doch die Ford-Mutter rede relativ unklar über die nächsten vier Jahre.

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