Werkstoffe Mineralguss substituiert Blei bei Computertomografen
Mineralguss „schluckt“ nicht nur Schwingungen und Temperaturschwankungen, sondern absorbiert auch Röntgenstrahlung. Diese Eigenschaft ermöglicht die Anwendung des Gestellwerkstoffs für Messkabinen von Computertomografen in der Industrie. Das Anwendungspotenzial reicht darüber hinaus.
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Seit über zehn Jahren steht die Partnerschaft zwischen der Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH, Oberkochen, und der Epucret Mineralgusstechnik GmbH & Co. KG, Wangen bei Göppingen, im wahrsten Sinne des Wortes auf einer soliden Basis: Epucret fertigt Maschinengestelle für verschiedene Hochleistungsmessgeräte von Zeiss. Nun gipfelt die Kooperation in einer neuen Entwicklung: Die Mess- und Strahlenschutzkabine des Computertomografen Metrotom 800 besteht aus dem Mineralguss Epument RAM, der Röntgenstrahlung absorbiert. Der Gestellwerkstoff tritt damit in Konkurrenz zu Blei – in ökonomischer wie ökologischer Hinsicht (Bild 1).
Metromografie als neues Messverfahren ändern Anforderungen
Das Tochterunternehmen der Carl Zeiss AG leistete bei der Verschmelzung von industrieller Messtechnik und Computertomografie Pionierarbeit. Das Ergebnis ist die Metrotomografie – ein 3D-Mess- und Strukturprüfverfahren für komplexe Teile aus Kunststoff, Keramik, Aluminium, Magnesium und Verbundwerkstoffen. Dieses Verfahren macht Bauteilstrukturen transparent und messbar, die mit konventioneller Messtechnik nur sehr zeitintensiv und mit hohem gerätetechnischen Aufwand erfassbar sind.
Bestanden die Strahlenschutzkabinen der ersten Computertomografen für industrielle Anwendungen noch aus Blei, haben Eigenschaftsprofil, Verarbeitung und hohe Integrationsfähigkeit den Messgerätehersteller überzeugt, für das Gerät Metrotom 800 als Kabinenwerkstoff den Mineralguss Epument RAM zu verwenden. Dieser Werkstoff absorbiert Röntgenstrahlung, ist jedoch bleifrei.
Mineralguss bietet bessere Eigenschaften als Blei
Ein weitestgehender Verzicht auf Blei ist damit möglich – ohne Einschränkungen hinsichtlich Messtechnik, Gerätedesign, Ergonomie und Arbeitssicherheit. Mineralguss bietet allerdings noch mehr (Bild 2 – siehe Bildergalerie). Er kompensiert Schwingungen, Erschütterungen und Temperaturschwankungen.
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