AMB 2008

Mit Dienstleistungen rund um die Maschine Geld verdienen

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„Was wir heute bieten und sehr stark angenommen wird, ist der WPS Walter Productivity Service“ erklärt Peter Witteczek, Vorstandsvorsitzender der Walter AG, Tübingen. „Das beginnt schon mit der Anfrage: Wir analysieren den gesamten Prozess des Bauteils, von der Planung, der Konstruktion, der Aufspannung über die Maschine, die Zerspanung, den Prozess bis hin zur Technologie.“ Auf Wunsch des Kunden erstellt Walter eine komplette Neuplanung bis zur Nullserie. „Dann kommen wir mit dem fertigen Produkt zum Kunden und sagen ihm: ‚Wir senken Dir die Kosten für dieses Bauteil, das Ganze kostet eine bestimmte Summe’; das geht bedeutend weiter als das übliche Toolmanagement.“ Zwar biete man Toolmanagement auch an, wenn der Kunde den Großteil seiner Werkzeuge von Walter beziehe, aber man will deutlich mehr sein als ein Logistikpartner. „Wir wollen unseren Kunden Produktivitätsverbesserung bringen.“

WPS wurde vor zwei Jahren in Deutschland eingeführt. „Jetzt sind die Erfolge da und wir starten auf weiteren großen Märkten wie USA und China. Wir erwarten dadurch einen wesentlichen Umsatzanteil in den kommenden Jahren.“

Betreibernmodelle brauchen Offenheit

Witteczek sieht weiteres Potenzial, vor allem im Zusammenspiel zwischen Endverbraucher, Werkzeugmaschinen– und Werkzeughersteller. „Dafür sind heutzutage aber noch zu viele Animositäten zwischen den Beteiligten da. Wir könnten für den Endverbraucher noch sehr viel machen, aber er selbst muss sich auch öffnen.“ Wie lange es bis dahin auch noch dauern mag, es gilt: „Der Service hat Zukunft“. Offenheit ist auch die Voraussetzung, damit so genannte Betreibermodelle funktionieren. Über sie wird bislang weit mehr diskutiert, als dass sie tatsächlich angewandt würden, aber „das haben wir heute schon in Einzelfällen in der Massenindustrie, wo wir pro Gutteil bezahlt werden“, sagt Witteczek. Bedingung: „Es muss eine wirklich Partnerschaft zwischen Hersteller und Maschinenbetreiber entstehen, dann kann man so einen Schritt machen.“

Globalisierung erfasst auch Tool Management-Projekte

Bei den Werkzeugen liegt nach den Erfahrungen der Mapal GmbH, Aalen, das Tool Management ganz besonders im Trend – und zwar sowohl bei Großunternehmen als auch im Mittelstand. Dr. Dieter Kress, Geschäftsführender Gesellschafter der Mapal Dr. Kress und Vorsitzender des Fachverbands Präzisionswerkzeuge im VDMA: „Dabei wird jedoch die Werkzeugverwaltung zunehmend an einen Werkzeughersteller oder ein Logistikunternehmen ausgelagert.“ Kein Wunder, ist doch eine effektive Werkzeugverwaltung zeit- und kostenintensiv, birgt mithin großes wirtschaftliches Einsparpotenzial. Beim Kunden werden dadurch Kapazitäten für andere Aufgaben frei. Dieser Trend überschreitet mittlerweile die nationalen Grenzen bei weitem.

Die Globalisierung erfasst auch Tool Management-Projekte, insbesondere bei Unternehmen, die ihre Prozesse weltweit standardisieren möchten. Dr. Kress: „Ein globales Netzwerk an Know-how und Technologiekompetenz ist daher für einen Tool Manager unabdingbare Voraussetzung, um den Kunden die gewünschte Standardisierung und Wirtschaftlichkeit auf globaler Ebene anbieten zu können.“

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