Hygiene und Desinfektion stehen derzeit ganz oben auf der Prioritätenliste. Reinigungstechnik muss maximale Wirksamkeit entfalten. Der Einsatz mobiler Heißwasser-Hochdruckreiniger spielt eine entscheidende Rolle, um Bakterien, Viren und Keime gezielt zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Der Einsatz mobiler Heißwasser-Hochdruckreiniger spielt eine entscheidende Rolle, um Bakterien, Viren und Keime gezielt zu bekämpfen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
(Bild: Nilfisk)
Neben dem Faktor Hygiene legen sie auch in puncto Effizienz, Nachhaltigkeit und Preis-Leistung die Messlatte hoch. Damit Unternehmen von diesen Vorteilen gezielt profitieren können, möchte der Reinigungsgerätespezialist Nilfisk Orientierung und Hilfestellung bei der Beschaffung und Anwendung geben.
Das Geheimnis des Wasserdrucks
Nicht erst seit Corona haben Hochdruckreiniger eine treue Fangemeinde, wenn es darum geht, Verschmutzungen auf grossen Flächen zu Leibe zu rücken. Vergleicht man etwa die Effizienz eines Hochdruckreinigers mit der von Schlauch und Schwamm, reduziert sich der Wasserverbrauch beim Einsatz professioneller Reinigungstechnik um bis zu 80 %. Gleichzeitig sinkt die benötigte Reinigungszeit um 50 bis 75 %. Deshalb sind Hochdruckanwendungen in nahezu allen Branchen unverzichtbare Helfer – von industriellen und landwirtschaftlichen Applikationen über den Kfz- und Nfz-Bereich bis hin zu Einsätzen im Handel oder der branchenübergreifenden Gebäudeinstandhaltung.
Um perfekte Sauberkeit zu erreichen, liebäugeln einige Unternehmen bei der Beschaffung zunächst mit Hochdruckgeräten, die viel Druck beziehungsweise eine große Wasserleistung bieten. Doch das Prinzip „viel hilft viel“ ist für das beste Reinigungsergebnis oftmals nicht der richtige Ansatz. Ein Blick auf die erfolgskritischen Einflussgrößen schafft Transparenz. Im Zentrum steht der sogenannte „Sinnersche Kreis“.
Dieser besagt, dass die Wirksamkeit einer Reinigung stets durch vier Kenngrößen determiniert wird: Druck und Wassermenge (als Mechanik bezeichnet), Reinigungszeit und Temperatur sowie Chemie. Das Zusammenspiel aller Faktoren sollte immer die gleiche Summe (100 %) ergeben, das heißt wenn ein Faktor abgeschwächt wird, muss dafür im Gegenzug ein anderer verstärkt werden.
Ein Beispiel: Durch die Reduzierung der Wassertemperatur werden anfallende Brennstoffkosten deutlich verringert, was jedoch durch eine stärkere mechanische Einwirkung beziehungsweise. eine längere Reinigungsdauer ausgeglichen werden muss, um das gleiche Reinigungsergebnis zu erzielen.
Ein Ausflug in die Mechanik
Dringt man tiefer in die Mechanik eines Hochdruckreinigers ein, so wird diese nicht nur durch Druck und Wassermenge (Schwemmleistung), sondern auch durch den Spritzabstand sowie den Spritzwinkel definiert. Generell gilt der Merksatz: Für eine optimale Reinigungswirkung reicht hoher Druck alleine nicht aus, eine entsprechende Wasserleistung ist zum Abtransport der Verschmutzungen ebenso entscheidend.
Wie wirkt sich nun die Mechanik auf das Thema Hygiene aus? Hier sollten Anwender Vorsicht walten lassen, denn sowohl in geschlossenen Räumen als auch in Zeiten hoher Hygieneanforderungen sollte gelöster Schmutz nicht „verspritzen“. Es gibt Reinigungsaufgaben wie zum Beispiel die Stallreinigung, bei denen eine hohe Schwemmwirkung zum schnellen Abtransport gelöster Verschmutzungen gefragt ist. Die hierfür konzipierten Maschinen zeichnen sich neben einer sehr hohen Wasserleistung durch einen gemäßigten Arbeitsdruck aus, da für diese Art der Anwendung in der Regel keine aussergewöhnlich hohe Ablösekraft benötigt wird.
Ein Blick auf Chemie und Temperatur
Um Viren, Bakterien und Keime noch wirkungsvoller von Oberflächen zu entfernen, ist der Einsatz von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln sehr zu empfehlen. Das Auftragen mithilfe von Schaumsprühern sorgt für optimale Oberflächenhaftung, wodurch die eingesetzte Chemie ihre Wirkung bestmöglich entfalten kann. Hohe Temperaturen unterstützen diesen positiven Effekt: Analog zur Beseitigung von Fetten und Ölen lassen sich hygienisch sensible Bereiche mit Temperaturen ab 60°C besonders wirksam reinigen.
Eine Untersuchung des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft (Studie Microsearch Laboratories 2008 zur Reinigung mit Dampf und Hitze) ergab, dass die Reinigung nur mit kaltem Wasser keinen Einfluss auf die Anzahl der Bakterien hatte, eine Erhöhung der Temperatur auf 60°C jedoch die Anzahl der Bakterienkolonien um 90 % reduzierte. Bei 80°C wurden Kolonien um 97 % reduziert und bei 155°C waren Bakterien und Keime aller Arten vollständig eliminiert. Hitze kann auch zur Bekämpfung von Viren eingesetzt werden. Im Zuge dessen hat die National Health Commission of the People’s Republic of China laut „COVID-19 prevention and control Plan 4th edition“ herausgefunden, dass Coronaviren ab einer Temperatur von 56°C mit einer Rate von circa 10.000 Viruspartikeln pro 30 Minuten abgetötet werden könnten. Ein deutlicher Anstieg der Eliminationsraten lässt sich bei noch höheren Temperaturen verzeichnen. Im Heißwasser-Hochdrucksegment werden im Dampfbetrieb Temperaturen von bis zu 150°C erreicht. Somit eignen sich diese Geräte hervorragend zur effektiven Keimreduktion.
Stand: 08.12.2025
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Ein Tipp für die Beschaffung: Anwender, die sich für diese Produktkategorie entscheiden, sollten der eingesetzten Wärmetauscher-Technologie ihre Aufmerksamkeit schenken. Hier bestehen die größten Unterschiede hinsichtlich Wirkungsgrad, Energieeffizienz, Emissionen, Wartungsaufwand und Langlebigkeit. Hinzu kommen Sicherheitsaspekte wie beispielsweise die Flamm- und Abgastemperaturüberwachung. Im Hinblick auf die Abgasentwicklung ist der Einsatz von Heißwassergeräten im Außenbereich problemlos möglich. Wird ein kraftstoffbetriebener Hochdruckreiniger hingegen in geschlossenen Räumen in Betrieb genommen, müssen die Abgase über eine professionelle Kaminanlage nach außen geführt werden. Elektrisch beheizte Heißwasser-Hochdruckreiniger bieten hier attraktive Alternativen, sowohl in mobiler aus auch in stationärer Ausführung.
Eine einfache Kausalkette
Vergleicht man die betriebswirtschaftlichen Effekte von Heiß- und Kaltwasser-Hochdruckreinigern, haben Heißwassergeräte nicht nur bei der Bekämpfung von Bakterien und Keimen die Nase vorn. Durch die höhere Reinigungswirkung von heißem Wasser lässt sich die benötigte Reinigungszeit gegenüber einer Hochdruckreinigung mit Kaltwasser durchschnittlich um 40 Prozent reduzieren, je nach Anwendung bzw. Art der Verschmutzung sogar noch deutlich mehr. Dieser enorme Effizienzgewinn geht mit einer ebenso signifikanten Verbrauchsreduktion bei den Ressourcen einher – sprich weniger Verbrauch von Wasser, Chemie und Strom sowie geringere Kosten für Arbeit und Service. Neben Einsparungen bei Reinigungs- und Arbeitskosten profitieren Unternehmen darüber hinaus von besseren Reinigungsergebnissen, schnellen Trocknungszeiten und – last but not least – dem effektiven Schutz von Oberflächen.
* Martin Seitz ist im Produktmanagement Hochdruckreinigung EMEA Central bei der Nilfisk GmbH tätig.