Anbieter zum Thema
Während des Zweiten Weltkriegs ist die deutsche Wirtschaft zu einem Richtungswechsel gezwungen. Neben Rollenketten muss Iwis auch Munition und Flakgranatenzünder herstellen. Die Produktion kriegswichtiger Güter verhindert, dass Fachkräfte an die Front müssen. Auch in schweren Zeiten fordert Otto Winklhofer Kameradschaftlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber allen Mitarbeitern von seiner Belegschaft ein – eine Maxime, die bis heute für alle Beschäftigten von Iwis gilt. Ende der 1930er-Jahre schon hatte das Unternehmen die Produktion von Steuerketten für BMW und Skoda aufgenommen. Damit stellten die Winklhofers die Weichen für den Erfolg in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
Nach Ende des Krieges erhält das Unternehmen als eines der ersten in Bayern von den amerikanischen Besatzungskräften die Betriebserlaubnis. Als einziger Hersteller von Ketten sorgt es für Ersatzteile bei den Fahrzeugen des US-Militärs. Ketten für Fahrräder, Motorräder und Landmaschinen werden beim Wiederaufbau dringend benötigt. Dennoch gestalten sich in Zeiten des Mangels Produktion und Absatz schwierig, das Leben ist stark von Landwirtschaft und Tauschhandel geprägt. Und so funktioniert Iwis die Griffe von Pressluftpistolen kurzerhand zu Kuhstriegeln um – ein gefragtes Produkt auf dem Tauschmarkt.
Vom Fahrrad ins Auto
Es dauert bis 1947, bis die Produktion von Ketten wieder in vollem Umfang anlaufen kann und nach der Währungsreform geht es mit dem Unternehmen steil bergauf. Fast 100 Jahre, nachdem Johann Baptist Winklhofer durch seine Begeisterung für das Fahrrad die Weichen für den Erfolg gestellt hat, wendet sich Iwis in den 60er-Jahren vom Zweirad ab und konzentriert sich voll auf die stark wachsende Automobilindustrie.
Geblieben ist die Leidenschaft für Technik und die Entwicklung neuer Produkte. Diese Hingabe und der innovative Geist zeichnen Iwis bis heute aus. 1975 übernehmen Gerhard Winklhofer in der 3. und schließlich 1999 Johannes Winklhofer in der 4. Generation das Familienunternehmen. Mit Produktionsstätten in Deutschland, China, den USA und Tschechien ist man international solide aufgestellt und blickt optimistisch in die Zukunft.
Zu verdanken ist der Erfolg auch den winklhoferschen Traditionen. Insbesondere hatte schon der Firmengründer erkannt, dass Ausbildung, Zufriedenheit und Motivation seiner Mitarbeiter ein entscheidender Schlüssel für das Vorankommen waren. Die Begeisterung, die die Anfänge prägte, soll auch heute auf die Mitarbeiter übergehen. So ist es ein Anliegen des Unternehmens, jeden nach seinen Fähigkeiten einzusetzen und durch eigene Verantwortung seine Kreativität und Motivation zu fördern.
(ID:44155319)