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FFT / Tox

Mit nur einem Hub fünf Muttern und Bolzen setzen

| Autor/ Redakteur: Wolfgang Laux / Stefan Graf

Eine bekannte Problematik: Entweder hat der potenzielle Lieferant für eine Produktionslösung seine Stärken in der anzuwendenden Technologie und braucht zur Umsetzung einen Sondermaschinenbauer, oder er ist stark im Sondermaschinenbau. Von Vorteil ist ein Systempartner, der beides kann.

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Blick in den Werkzeugeinbauraum mit 5-Punkt-Werkzeug zum Setzen von fünf Muttern und Bolzen in einem Hub.
Blick in den Werkzeugeinbauraum mit 5-Punkt-Werkzeug zum Setzen von fünf Muttern und Bolzen in einem Hub.
(Bild: Tox)

Fast alle verarbeitenden Industrien und deren Zulieferer setzen heute bevorzugt auf Komplettlösungen aus einer Hand, und dies gilt vor allem auch im anspruchsvollen Automotive-Bereich. Um hier den immer komplexer werdenden Aufgaben gerecht werden zu können, vereinen sich im Technologie-Unternehmen Tox Pressotechnik sämtliche Disziplinen für komplette Produktions- und Montagelösungen bei Blechen und mehr; angefangen von der Tox-Rund-Punkt-Blechverbindungstechnik über Verfahren zum Setzen von Nieten und Einbringen von Funktionselementen bis hin zu pneumohydraulischen und elektromechanischen Presskraftantrieben und weitergehend kompletten Pressen- und Produktionsmaschinen. Es wird, inklusive Steuerungen, Produktionsüberwachungstechnik und Software, buchstäblich alles geboten, um die Kunden aus einer verantwortlichen Hand komplett bedienen zu können. Davon ließ sich auch das hessische Unternehmen FFT, spezialisiert auf Fertigungssysteme, überzeugen, als es um eine Fertigungsanforderung für einen asiatischen Automotive-Hersteller ging. Die knifflige Aufgabe lautete, in der Serienfertigung von PKW-Stirnwänden in einem Arbeitsgang fünf Muttern und Bolzen einzupressen!

Kompatible Standard-Komponenten für optimale Produktionslösungen

Die Ingenieure von Tox griffen dafür tief in ihren Baukasten für Pressen, Antriebstechnik, Steuerungen und Software und offerierten auf Basis einer Standard-Presse eine Komplettlösung als Stand-Alone-Arbeitsplatz. Diese besteht aus einer4-Säulen-Presse MAG 200 mit geführter 4-Säulen-Stößelplatte, einem pneumohydraulischen Antrieb Tox-Kraftpaket X-K 170 für Presskräfte bis 1.627 kN (bei 6 bar Luftdruck) und einem Universal-Untergestell zur Aufnahme des Pressensystems und der Versorgungs-/Steuerungseinheiten. Ferner einem 5-Punkt-Einpresswerkzeug, einer Sprüheinrichtung, einer Sicherheits-Steuerung STE-328 und schließlich fünf Einpressüberwachungen EPW 400. Die Presse bietet zwischen den Säulen einen Werkzeugeinbauraum von 1.500 mm (X-Achse) beziehungsweise 650 mm (Y-Achse) sowie bei eingebautem Werkzeug eine Werkzeugöffnung von 190 mm. Damit ist gewährleistet, dass die PKW-Stirnwände und die zu setzenden Muttern und Bolzen ungehindert und schnell ins jeweilige Ober-/Unter-Werkzeug eingelegt werden können. Das Unterwerkzeug des eingebauten 5-Punkt-Werkzeugs ist mit Bauteil-Einweisern, Bauteil-Aufnahmen und Bauteil-Abfragesensoren sowie unter anderem drei Matrizenaufnahmen und Matrizen für Einpress-Bolzen und zwei Matrizenaufnahmen plus Matrizen für Einpress-Muttern ausgestattet.

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Das Oberwerkzeug besitzt zwei Vakuum-Elementaufnahmen für Einpress-Muttern sowie drei Stempelaufnahmen und Druckstempel für Einpress-Bolzen. Für das Einbringen der Muttern und Bolzen in die PKW-Stirnwände mit 0,8 mm Dicke stellt der pneumohydraulische Presskraft-Antrieb max. 1.627 kN zur Verfügung, sodass genügend Reserven für weitere Einpress- oder Bearbeitungsoperationen vorhanden sind. Der kompakte Antrieb vom Typ Tox-Kraftpaket X-K 170 arbeitet zudem mit einer Eilkraft von 40 kN (Gesamthub 200 mm, davon 190 mm schneller Zustellhub und 10 mm Krafthub) sowie einer Rückstellkraft von 25 kN, wobei er beim Rückhub zusätzlich von zwei pneumatischen Rückhubzylindern unterstützt wird, um die unproduktiven Nebenzeiten so gering wie möglich zu halten.

Produktivität gepaart mit Bedienkomfort

Für eine höchstmögliche Prozesssicherheit ist das 5-Punkt-Werkzeugsystem mit einer Sprühvorrichtung versehen und die fünf Einpressstationen weisen jeweils eine eigene Prozessüberwachungs-Sensorik auf. Die Einpressüberwachung EPW 400 bietet 16 digitale Eingänge und 8 digitale Ausgänge, sodass die Messdaten und Informationen der fünf dezentralen Messstationen in nur einem System verarbeitet werden können. Das gesamte Pressensystem ist dreiseitig eingehaust. Die Systemsteuerung und -überwachung übernimmt die Sicherheitssteuerung STE-328. Im perfekten Zusammenspiel aller System-Komponenten und des 5-Punkt-Werkzeugsystems verfügen die Mitarbeiter nun über ein Produktionssystem, mit dem sie in der vorgegeben Zeit den geforderten Ausstoß an montierten PKW-Stirnwänden problemlos bewältigen.

Tox auf der Blechexpo: Halle 7, Stand 7501

Weitere Meldungen zur Blechexpo finden Sie in unserem Special.

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