Gleitlager Mit perfekt geschmiertem Gleitlager Lagerschäden vermeiden

Autor / Redakteur: Othmar Cornu / Silvano Böni

Die Auswahl eines Gleitlagers und die richtige Zuführung des Schmierstoffes sind wesentliche Voraussetzungen, um frühzeitige Lagerschäden zu vermeiden. Sehr wichtig ist zudem die vorausschauende Instandhaltung, damit eine lange Lebensdauer des Bauteils und der Maschine gewährleistet werden kann. Doch welche Schmierstoffe sind für welche Anwendungen am geeignetsten?

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(Bild: Klüber)

Bei einem Gleitlager handelt es sich um ein Maschinenelement, das sowohl mit Öl oder Fett über Zentralschmieranlagen versorgt werden kann. Doch was eignet sich besser? Schon zu Beginn der Konstruktion muss diese Frage gestellt werden. Grundsätzlich gilt: Je flüssiger der Schmierstoff desto besser kann er an die Reibstelle gelangen. Das erfordert aber eine gute Abdichtung, darum ist der konstruktive Aufwand für eine Ölschmierung zumeist höher.

Hydrodynamische Gleitlager typisch für Ölsumpf- und Ölumlaufschmierungen

Hydrodynamische Gleitlager sind beispielsweise typisch für Ölsumpf- und Ölumlaufschmierungen. Hier sind die Geschwindigkeiten so hoch, dass der Einfluss der inneren Reibung und die Schmierölviskosität zu berücksichtigen sind. Bei einer Gleitgeschwindigkeit von circa 1 m/s trennen sich die Reibpartner vollständig bei der Ölschmierung, dabei entsteht Hydrodynamik. Bei Stop- und Go-Betrieb wird ein hydrodynamischer Verlauf verhindert.

Bei großen Gleitlagern wird Öl zwischen Lager und Welle gepumpt. Durch den Druckaufbau kommt es zur Trennung der Reibflächen, bevor die Welle sich dreht. Typische Vertreter für Ölschmierung sind Sinterlager. Über die Kapillarwirkung wird bei Rotation Öl aus den Poren dieses Lagers gepresst und gelangt an die Schmierstelle. Eine Nachschmierung ist oft nicht vorgesehen. Je langsamer die Geschwindigkeit und je höher die Flächenpressungen werden, desto eher kann Fettschmierung eine gute Lösung sein. Im Mischreibungsgebiet hält der Verdicker im Fett das Öl wie ein Schwamm in der Schmierstelle. Das Fett dient zudem auch zur Abdichtung gegen außen.

Je langsamer die Geschwingigkeit desto eher kann sich Fettschmierung der Gleitlager lohnen

In der Praxis haben sich folgende Regeln bewährt: Bei einer geringen Gleitgeschwindigkeit, hoher Belastung oder einem großen Lagerspiel ist ein Öl mit hoher Viskosität zu bevorzugen. Bei geringen Belastungen und hoher Gleitgeschwindigkeiten ist ein Öl mit niedriger Viskosität vorzuziehen. Konkret heißt dies, je höher die spezifische Belastung und je geringer die Gleitgeschwindigkeit, umso viskoser muss der Schmierstoff sein. Ist die Gleitgeschwindigkeit groß und die Belastung gering, sollte ein dünnflüssiges Öl eingesetzt werden.

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