Gleitschleifen Mit Schleppschleiftechnik Implantate feinstbearbeiten
Implantate erfordern extrem glatte und hochglänzende Oberflächen. Gleitschleifen macht das möglich. Speziell mit dem dreistufigen Schleppschleifen und -polierenlassen sich komplexe Oberflächen gleichmäßig und schonend bearbeiten. Das Ergebnis ist reproduzierbar und wirtschaftlich.
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Steigende Lebenserwartung und Extremsportarten führen unter anderem zu vermehrten Verschleißerkrankungen der Gelenke. Als Behandlungsmethode bleiben in letzter Konsequenz häufig nur künstliche Gelenke, die als Implantate in die Knochen eingesetzt werden. Die Anwendung dieser hochwertigen Implantate, zum Beispiel für Knie, Hüfte oder Fuß, ist daher inzwischen sowohl in Europa als auch in Asien und den USA weit verbreitet; der Bedarf steigt permanent. Entsprechend bauen die Hersteller weltweit ihre Kapazitäten aus.
Bei der Fertigung der Ersatzgelenke zählt die besonders pass- und formgenaue Nachbildung, um dem Patienten die höchstmögliche Lebensqualität zu gewährleisten. Hergestellt aus speziellen Feingusslegierungen (Kobalt-Chrom oder Titan), müssen sich die geometrisch diffizil geformten Feingussteile effizient produzieren und bearbeiten lassen. Die Anforderungen an das Oberflächenbearbeitungsverfahren sind denkbar hoch: So dürfen keinerlei Geometrieveränderungen bei einer perfekt glatt geschliffenen, hochglanzpolierten Oberfläche entstehen. Klassische Verfahren wie die mechanische Bearbeitung (Fräsen) oder das Geometrieschleifen schaffen den Ausgangspunkt für das anschließende Oberflächenfinish mittels Schleppschleiftechnik.
Bessere Alternative zur Bearbeitung mit Robotern
Die konventionelle Oberflächentechnik für das Schleifen und Polieren von Implantaten basiert meist auf einer robotertechnikgestützten, klassischen Schleif- und Polierbehandlung. Anwender wissen, dass aufgrund der Formenkomplexität der Bauteile besonders hohe Anforderungen an die Programmiertechnik gestellt werden, sonst gehen schnell wichtige Geometriemerkmale verloren, was die spätere Funktionalität des Gelenks merklich einschränkt. Schon in den 90er Jahren entwickelte daher Rösler ein Gleitschliffverfahren, das die Bearbeitung von Femur-Kniegelenkteilen ermöglichte. Produktionsstabil wird dieses Verfahren heute noch eingesetzt.
Die jüngste Entwicklung, das Schleppschleif- und -polierverfahren (Bild 1), spart dem Anwender viel Zeit und sorgt daher für enorme Verbreitung am Markt. Es ermöglicht die Implantate – befestigt an Werkzeughaltern – mit deutlich höheren Anpressdrücken durch eine ruhende Schleifkörpermasse zu bewegen. Dadurch lässt sich ein weitaus größerer Werkstoffabtrag erzielen bei deutlich reduzierter Bearbeitungsdauer. Der Gesamtprozess gliedert sich in drei Behandlungsstufen: das Vorschleifen, das Feinschleifen und das Hochglanzpolieren.
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