Anbieter zum Thema
Mit 28 Jahren Geschäftsführer
Friedhelm Loh selbst lernte zuerst Starkstromelektriker und auf dem zweiten Bildungsweg studierte er Betriebswirtschaftslehre. Nach dem Tod seines Vaters – er starb 1971 mit 57 Jahren – wurde Friedhelm Loh 1974 mit 28 Jahren Geschäftsführer des Schaltschrankherstellers Rittal – damals lag der Umsatz bei 20 Mio. Euro. 40 Jahre später ist das Unternehmen Rittal Weltmarktführer bei Schaltschränken. Und die Friedhelm Loh Group setzt heute 2 Mrd. Euro im Jahr um. Dazu trugen die frühzeitige Internationalisierung und kluge Zukäufe von Unternehmen bei, die das Schaltschrankportfolio ergänzten und erweiterten. Loh hat sich nie mit dem Erfolg standardisierter Schaltschränke zufriedengegeben. „Stillstand ist Rückschritt“, lautet ein gern verwendetes Zitat des Unternehmers. Statt mit einzelnen oder reihenmontierten Schaltschränken können Kunden ihre Fabriken heute mit kompletten Rittal-Systemen ausstatten. Die hochempfindliche Steuerungselektronik für Maschinen und Produktionslinien wird in hitze-, staub- und wasserbeständigen Schaltschränken geschützt, mit smarten Stromverteilungen gepowert und von Kühlgeräten klimatisiert. Hinzu kommen Softwarelösungen, IT-Racks und ganze Rechenzentren, die das Unternehmen an Microsoft und Facebook, aber auch an Banken, Industrieunternehmen oder zum Beispiel an Kliniken liefert.
Früher Einstieg in die digitale Planung
Dass IT und Software den leidenschaftlichen Unternehmer seit jeher als Zukunftstechnologie faszinieren, belegt sein früher Einstieg in die digitale Elektroplanung. Als die Symbiose von IT und Industrie noch in den Kinderschuhen steckt, steigt Loh beim Softwareunternehmen Eplan ein. 1986 wird so das Jahr der beginnenden Digitalisierung der Steuerungen im Schaltschrank. Heute ist die digitale Elektroplanung genauso wichtig wie das reale Produkt. In der Wertschöpfungskette der Friedhelm Loh Group und ihrer Kunden spielt sie die Hauptrolle: Den Schaltschrank aus Stahl gibt es nur, weil die Schaltschrankdaten durch sämtliche Prozesse wandern – vom Engineering über die Fertigung und Bearbeitung bis hin zu den kaufmännischen Prozessen.
Loh war stets gut vernetzt. So vertrat er acht Jahre lang bis 2014 als ZVEI-Präsident die Belange der deutschen Elektrotechnik- und Elektronikindustrie. Anschließend wurde er zum Ehrenpräsident auf Lebenszeit ernannt. Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender von Siemens, zollt ihm Anerkennung für seine Forderung nach Schnelligkeit bei der Gestaltung gesellschaftlicher Veränderung: „Wer stehen bleibt, wird überholt.“ Und deshalb investiert Loh weiter: So wird allein das neue Werk in Haiger mit 250 Mio. Euro die bisher größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte sein. Das Werk soll, wenn es 2018 fertig ist, hoch automatisiert Kompaktgehäuse auf Basis effizienter Industrie-4.0-Strukturen herstellen, und das in jeder Losgröße.
Für Loh ist sein fester Glaube und sein Grundsatz ora et labora, also bete und arbeite, die Grundlage für den Erfolg. Dies bekräftigt er auch bei der Grundsteinlegung, denn das erste Dokument, das er in den Grundstein legt, ist eine Bibel! Damit will er zeigen, dass all dies ohne Gottes Hilfe nicht möglich gewesen wäre und auch dass das neue Werk auf Gott baut – und das fast im wörtlichen Sinne.
Loh ist verheiratet mit Debora Loh. Das Paar hat zwei Söhne und eine Tochter.
(ID:44256505)