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Das gesamte Equipment ist in einem handlichen Werkstattwagen untergebracht und in kürzester Zeit an jedem Punkt in der weitläufigen Fertigung einsatzbereit. Über einen Balancer wird der Vierfachschrauber einfach in die über jedem Montageplatz vorhandene Kranvorrichtung eingehängt. Die einfache Handhabung des vielseitigen Systems gefiel den Montagemitarbeitern auf Anhieb und trug vom Start weg zu einer hohen Akzeptanz der neuen Technik bei.
Mit neuer Schraubtechnik Montage um 80 % verkürzen
Bei den MD-Pumpen sitzt beispielsweise auf jedem der acht Schwerlast-Gewindebolzen mit einer Streckgrenze von standardmäßig 700 bis 1100 MPa ein Superbolt-Spannelement mit jeweils acht Druckschrauben der Schlüsselweite SW 14.
Der Vierfachschrauber wird stirnseitig auf die ersten vier Schrauben aufgesetzt und zieht sie synchron, drehmomentgesteuert und drehwinkelüberwacht an (Bild 4). Anschließend wird der Schrauber umgesetzt, um die nächsten vier Druckschrauben anzuziehen (bei den GSG-Pumpen mit je zwölf Schrauben pro Superbolt ist also dreimaliges Ansetzen erforderlich).
Der Desoutter-Schrauber wandert nacheinander zu jedem der acht Superbolts, bis alle 8 × 8 = 64 Druckschrauben vorschriftsmäßig abgearbeitet sind. Durch das fast zeitgleiche Anziehen von vier Spannschrauben spart Sulzer Pumpen gegenüber dem früher praktizierten Einzelanzug in Summe mehrere Hundert Anziehschritte ein.
Denn während früher beim Überkreuzanzug 15 Mal umgesetzt werden musste, um schräges Anziehen und Verspannungen im Bauteil zu vermeiden, sind es heute dank der präzisen Schraubtechnik höchstens noch fünf Mal. Der Produktivitätsgewinn ist enorm, denn durch die geringeren Umsetzvorgänge und das gleichzeitige Montieren von vier Schraubverbindungen konnte die Montagezeit um über 80 % verkürzt werden.
Visualisierungssystem überwacht den kompletten Montagevorgang
Außer mit Zeiteinsparungen und besserer Ergonomie punktet das Mehrfachschraubsystem vor allem durch die gestiegene Prozesssicherheit. Ein Bildschirm gibt dem Bedienpersonal eindeutige Arbeitsanweisungen vor und führt die Werker Schritt für Schritt durch den Montagevorgang.
Bis zu 1000 einzelne Arbeitsschritte nimmt das Posco-Vision-Visualisierungssystem von Desoutter auf (Bild 5). Die frei programmierbare Ablaufsteuerung überlässt von der vorgegebenen Schraubstelle bis hin zu ganz bestimmten Anziehreihenfolgen nichts dem Zufall.
Dank der leicht verständlichen Prozessführung können keine Schrauben mehr vergessen werden. Selbst wenn eine Pause den Montagevorgang unterbrechen sollte, weiß der Werker auch danach ganz genau, welcher Schraubfall als nächster an der Reihe ist oder noch beendet werden muss. Die ausgefeilte Visualisierung vermeidet Abweichungen vom Prozess und Fehler.
Schraubsystem speist Montagedaten in die Datenbank oder in das Netz
Das Schraubsystem ist in der Lage, alle Montagedaten über WLAN in das werkeigene Netz und in Datenbanken einzuspeisen. Diese Dokumentation will Sulzer Pumpen in Zukunft bei Bedarf abrufen und an die Kunden oder Servicemannschaften übermitteln, um die Wartung und Instandhaltung zu vereinfachen.
Das Vierfachschraubsystem amortisiert sich schnell: Bis eine Kreiselpumpe ihre optimale Leistungsfähigkeit erreicht und das Werk verlässt, wiederholt sich nämlich der gesamte Montageablauf bis zu fünf Mal. Fertigungstypisch erfordern Dichtigkeits-, Funktions- und Leistungsprüfungen einer Pumpe ihre mehrfache Demontage und den erneuten Zusammenbau. Ein einziger Montagevorgang dauerte früher etwa fünfein-halb Stunden, heute ist er in 40 Minuten möglich.
* Stefanie Heß ist Produktmanager Schraubtechnik bei der Desoutter GmbH in 63477 Maintal.
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