Montageplanung

Mit virtueller Planung zu effizienteren Montagesystemen

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Pick-by-Laser-Light-System als Zuführmodul

Je nach Produktvariante werden an der zweiten Station unterschiedliche elektronische Bauteile zugeführt und montiert. Als Zuführmodul wird ein Pick-by-Laser-Light-System verwendet, welches an den Kleinladungsträgern befestigte Tags ausliest und den Greifvorgang mittels 3D-Kamera registriert und über einen Projektionslaser den entsprechenden KLT anzeigt. Die Unterschalen zum Verschließen des Produktes werden an der dritten Station über ein Pick-by-Light-System zugeführt, wie es bereits in der ersten Station zu finden ist. Einige elektronische Bauteile sowie die Unterschalen werden an dieser Station mit einem elektrischen Funkschrauber drehmomentüberwacht verschraubt.

Dabei wird über ein Lokalisierungssystem der Tool Center Point des Schraubers geortet, sodass dieser nur an der vorgegebenen Schraube freigegeben und folglich an der richtigen Stelle das Drehmoment eingebracht wird. Die Dokumentation und Überwachung des Schraubprozesses erfolgt dabei automatisch. Die passenden Schrauben werden dem Mitarbeiter durch einen Roboter gereicht, der in Abhängigkeit von der jeweiligen Produktvariante unterschiedliche Schraubenkästen zum Mitarbeiter führt (Bild 6).

Durch Modularisierung bei der Montagesystemgestaltung und durchgängigen Informationsnutzung kann der Planungsprozess von Montagesystemen effizienter gestaltet werden. Eine fähigkeitsorientierte Aufgabenbeschreibung bildet dabei den Schwerpunkt sowohl bei der Planung als auch bei dem Betrieb. In der Planung entsteht nach virtueller Absicherung der Montageprozesse das Montagegedächtnis für das Produkt, welches durch einen dezentralen und ereignisgesteuerten Ablauf der Montage im Betrieb für die Montage variantenreicher Produkte genutzt werden kann. Die einheitliche semantische Beschreibung auf beiden Ebenen bildet dabei die Basis. Die im virtuellen Modell gegen den Anlagenkonfigurationszustand abgesicherten Prozesspläne ermöglichen es, die entsprechenden Varianten mit den Daten aus der Planung direkt zu montieren.

Dieser Beitrag entstand im Rahmen des Forschungsprojekts SmartF-IT, welches vom BMBF gefördert und vom Projektträger DLR unter dem Förderkennzeichen 01S13015 betreut wird. MM

* Prof. Dr.-Ing. Rainer Müller ist wissenschaftlicher Geschäftsführer, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Matthias Vette ist Gruppenleiter Montageverfahren und -automatisierung, Dipl.-Ing. Dipl.-Wirt.Ing. Leenhard Hörauf und Dipl.-Ing. Christoph Speicher sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Zentrum für Mechatronik und Automatisierungstechnik gGmbH (ZeMA) in 66121 Saarbrücken, Tel. (06 81) 8 57 87-5 32, leenhard.hoerauf@mechatronikzentrum.de

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