Employer Branding Mitarbeiterwohnungen statt Hotelzimmer
Flexibilität ist immer mehr gefragt und Wohnen auf Zeit ist längst fester Bestandteil der Branche. Da Hotels bei längeren Projekten auf Dauer zu teuer und unpersönlich sind, entscheiden sich Unternehmen immer öfter für komplett eingerichtete Wohnungen.
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Der Maschinen- und Anlagenbau zählt in Deutschland zu den wichtigsten Wachstumstreibern. Mit einem Marktanteil von 15,7 % ist Deutschland zudem das größte Maschinenexportland der Welt. Wie in vielen Branchen aktuell ist der größte Engpassfaktor dieser Entwicklung: der Mensch, die Fachkraft, der qualifizierte Mitarbeiter. Immer öfter dauert es Monate, bis ein Ingenieur oder Facharbeiter adäquat ersetzt oder ein neues Projekt personell besetzt werden kann.
Fachkräftemangel
So kann der Mittelstand beim Recruiting gegen die ganz Großen bestehen
Gleichzeitig steigen die Anforderungen der Branche an räumliche Mobilität. Erfolgreich ist derjenige, der in seinem Job flexibel und mobil ist. Das gilt für die fertigende Industrie ebenso wie für die IT- oder Automobilindustrie. Oft können sich kleinere und mittelständische Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbau mit regionalen Aufträgen nicht mehr über Wasser halten. Sie sind auf Ausschreibungen in anderen Bundesländern oder sogar im Ausland angewiesen. So ist im Jahr 2017 die Auftragslage im Vergleich zum Vorjahr für das Ausland um 10 % gestiegen, im Inland jedoch nur um die Hälfe (5 %).
Nationale und internationale Auftragsvergaben und Projektarbeit außerhalb des Unternehmenssitzes sind seit Jahren an der Tagesordnung und Qualifikation und Flexibilität spielen eine besonders wichtige Rolle. Dies führt dazu, dass Mitarbeiter immer häufiger für einen längeren Zeitraum in einer anderen Stadt unterkommen müssen.
Zum einen werden Mitarbeiter also für projektbezogene Tätigkeiten an verschiedene Standorte entsendet, zum anderen gibt es aber auch immer mehr Menschen, die durchgehend außerhalb ihres Wohnorts arbeiten. Laut Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung pendeln 59,4 % der arbeitenden Bevölkerung in Deutschland. Damit wuchs die Zahl der Pendler auf zuletzt 18,4 Mio. Die Stadt mit den meisten Pendlern: München mit 365.000.
Steigende Mobilität verändert den Wohnungsmarkt
Diese Mobilität in der Arbeitswelt bringt zugleich einen grundlegenden Wandel auf dem Wohnungsmarkt mit sich. Aus beruflichen Gründen zieht es immer mehr Arbeitnehmer für eine befristete Zeit in Ballungszentren. Sie alle benötigen eine Unterkunft für ein, zwei oder auch mal mehr als sechs Monate. Das Bedürfnis nach einer funktionalen Zweitwohnung steigt.

Beim Wohnen auf Zeit müssen sich die Mieter nicht langfristig binden. Sie können Wohnungen für sechs oder mehr Monate anmieten und den jeweiligen Zeitrahmen flexibel bestimmen. Gerade auch für Berufsanfänger in der Probezeit ein Argument. Im Maschinen- und Anlagenbau werden möblierte Wohnungen auf Zeit gern für Projekte bezogen, bei denen Anlagenmechaniker, Maschinen- und Anlagenführer oder Metallfeinarbeiter flexibel längere Zeit an einem anderen Ort sein müssen. Insbesondere, da viele Unternehmen zwar Aufträge in anderen Bundesländern oder im Ausland annehmen, jedoch nicht mit fremden Mitarbeitern arbeiten wollen, sondern nur mit den eigenen.
Die Konzepte der Zeitwohnungen können für den Maschinen- und Anlagenbau noch zur Lösung eines zweiten Problems beitragen. Alleine 2017 erwirtschaftete die Branche laut Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau 226,2 Mrd. Euro Umsatz.
Um die zusätzliche Produktion zu stemmen, stockten die Betriebe ihren Personalbestand im Jahr 2016 auf 1,346 Mio. Beschäftigte auf. Dafür müssen Firmen besonders Fach- und Führungskräften mehr bieten als attraktive Entlohnung. Stichwort Fachkräftemangel.
Wettbewerbsvorteil im Kampf um Fachkräfte
Um den Fachkräften in der Zeit der Aufträge ein schönes Umfeld zu schaffen, mieten immer mehr Unternehmen Wohnungen auf Zeit. Diese sollen sich für die Arbeitnehmer wie ein Zuhause anfühlen. So gibt es bereits Angebote, bei denen die Wohnungen mit Möbeln und Einrichtungsgegenständen des täglichen Bedarfs bezugsfertig ausgestattet sind. Ankommen und sich wohlfühlen lautet dabei das Motto. Die Auswahl ist groß: von einfach möblierten Apartments mit einer kleinen Küchenzeile über Luxuswohnungen bis hin zum Einfamilienhaus für die Expat-Familie aus dem Ausland. Längst soll das Wohnen auf Zeit nicht nur mehr praktisch sein, sondern Mitarbeitern auch Rückzug und Entspannung ermöglichen.
Eine eigene Wohnung kann darüber hinaus auch ein probates Lockmittel für Führungskräfte sein. Oder aber für Fachkräfte aus dem Ausland, die für die Dauer eines Projekts eingestellt werden. Da sie in Deutschland kein Wohneigentum besitzen, mieten die Auftraggeber zunehmend Zeitwohnungen. Dadurch müssen sich die Arbeitgeber nicht um einen Schlafplatz für die Dauer der Projekte kümmern und das Anlagenbauunternehmen hat durch den Service einen Wettbewerbsvorteil. So entsteht für beide Parteien eine Win-win-Situation.
Um den Ansprüchen der Berufsbranche gerecht zu werden, muss die Zukunft des Wohnens vielfältig, flexibel und individuell bleiben. Denn die klassischen Grenzen zwischen Wohnen und Arbeiten, Beruf und Privatleben werden weiter verschwimmen. Das wachsende Bedürfnis, flexibel, mobil und permanent erreichbar zu sein, wird diesen Trend noch verstärken und das Angebot an temporären Wohnungen noch wichtiger machen.
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* Norbert Verbücheln ist Geschäftsführer der Mr. Lodge GmbH in 80333 München, Tel. (0 89) 3 40 82 30, mrlodge@mrlodge.de, www.mrlodge.de
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