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Preisverleihung

MM Award zur AMB 2018 verliehen

| Autor: Benedikt Hofmann

Mit dem MM Award zur AMB hat der MM Maschinenmarkt am ersten Messetag in Stuttgart besondere Innovationen aus dem Bereich der Metallbearbeitung ausgezeichnet.

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Die glücklichen Gewinner des MM Award zur AMB, der in vier Kategorien an insgesamt fünf Innovationen verliehen wurde.
Die glücklichen Gewinner des MM Award zur AMB, der in vier Kategorien an insgesamt fünf Innovationen verliehen wurde.
(Bild: Stefanie Michel/VCG)

Im Rahmen der AMB, 18. bis 22. September 2018 in Stuttgart, hat der MM Maschinenmarkt am Abend des ersten Messetages den MM Award zur AMB verliehen. Dieser ehrt besondere Innovationen aus dem Bereich der Metallbearbeitung und unterstützender Technologien. In vier Kategorien wurden insgesamt fünf Unternehmen für ihre Innovationen ausgezeichnet. Von den zahlreichen Bewerbern kamen pro Kategorie je drei Unternehmen auf die Shortlist. Die Gewinner wurden durch eine Jury aus fünf Fachredakteuren des MM Maschinenmarkt und nach einem festen Regelwerk bestimmt.

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Kategorie Werkzeugmaschinen

Der MM Award in der Kategorie Werkzeugmaschinen ging an den Mehrspindel-Drehautomaten mit Langdrehfunktion Index MS22-L der Index-Werke GmbH & Co. KG Hahn & Tessky. Dabei handelt es sich um die weltweit erste Mehrspindel-Drehmaschine, die es ermöglicht, dass bei einer 6-spindligen Langdrehbearbeitung zwei Werkzeugträger pro Spindellage gleichzeitig im Einsatz sind. Dabei bietet die Maschine eine drastische Einsparung von Peripheriegeräten wie Kühlmittelsystemen, Handlingsystemen oder Spanförderern. Durch eine Schwenksynchronspindel ist außerdem ein Abstechvorgang sowie eine Rückseitenbearbeitung mit drei Werkzeugen möglich, wobei durch den Einsatz angetriebener Werkzeuge auch Fräsbearbeitungen durchgeführt werden können. Zu den wichtigsten Anwendern werden laut den Index-Werken Hersteller von Serienteilen wie Einspritzdüsen für Verbrennungsmotoren oder Düsen und Kolben in der Fluidtechnik sowie Implantaten in der Medizin- und Dentaltechnik gehören. Ein weiteres Anwendungsfeld soll zukünftig die Produktion von Elektroantrieben darstellen.

Auf die Shortlist in der Kategorie Werkzeugmaschinen haben es außerdem die folgenden Unternehmen geschafft:

  • die MHT GmbH Merz & Haag mit dem Mediumverteiler IKM,
  • die Stama Maschinenfabrik GmbH mit dem Fräs-Dreh-Bearbeitungszentrum Stama MT 733 two.

Kategorie Präzisionswerkzeuge

In der Kategorie Präzisionswerkzeuge konnten zwei Innovationen die Jury gleichermaßen überzeugen. Aufgrund des Punktegleichstands kam es daher zu einer Ausnahmeregelung, durch die zwei Produkte ausgezeichnet wurden. Einer der Preise ging an das Drehwerkzeug Freeturn der Ceratizit Deutschland GmbH. Dabei handelt es sich um ein Drehwerkzeug mit aufgeschraubter Drehwendeplatte, das die Drehoperationen Schruppen, Schlichten, Konturdrehen sowie Plan- und Längsdrehen vereint. Durch einen veränderbaren Anstellwinkel während des Bearbeitungsprozesses wird es möglich, unter anderem hinsichtlich der Spankontrolle oder der Konturtreue Einfluss auf den Prozess zu nehmen. Außerdem besteht durch den schlanken, axialen Werkzeugbau ein Freiheitsgrad von 360°. Mithilfe von Freeturn können Bauteile mit komplexen Konturen ohne Einschränkung mit nur einem Drehwerkzeug hergestellt werden.

Sandvik Coromant konnte die Jury mit dem Corocut QD-Y überzeugen, der ein Abstechen mit der Y-Achse ermöglicht. Das Abstechen mit der Y-Achse erlaubt wesentlich größere Durchmesser als bisher möglich. Durch dieses Verfahren wird auch die Nutzung von modernen Multitaskmaschinen beim Ein- und Abstechen deutlich erhöht. Es erlaubt außerdem die Bearbeitung großer Durchmesser bis zu 180 mm (7 Zoll). Da die Schnittkräfte durch die Nutzung der Y-Achse über den Einsatz axial nach unten verlagert werden, wird die Stabilität des Einsatzes Sandvik Coromant zufolge um 600 % erhöht. Da das Abstechen außerdem näher an der Gegenspindel erfolgt, wird Material eingespart und die Stabilität verbessert.

Auf die Shortlist in der Kategorie Präzisionswerkzeuge hat es außerdem das folgende Unternehmen geschafft:

  • die Vandurit GmbH mit dem Drehwerkzeug Rollfeed Turning.

Kategorie Messtechnik & Qualitätssicherung

Mit Vset, einem visuellen und automatisierten System zum Vermessen und Ausrichten von Rohteilen, konnte die Soraluce S. Coop die Jury in der Kategorie Messtechnik & Qualitätssicherung überzeugen. Die Vermessung der Geometrie des Werkstückes findet mit Vset außerhalb der Maschine statt. Dabei kommt eine eigens entwickelte Fotogrammetrie-Technologie zum Einsatz. Bei der Best-Fit-Berechnung wird die Geometrie des Rohteils mit den 3D-Daten abgeglichen und eine Aufmaßkontrolle zur Sicherstellung der Rohteilqualität durchgeführt. Die Software erzeugt zusätzlich einen Spannplan des Werkstückes mit detaillierten Angaben in Bezug auf einen Referenzpunkt für den Bediener. Die Referenzpunkte werden automatisch mit der Maschine über einen Messtaster aufgenommen. Vset soll die Produktivität von großen Fräsmaschinen verbessern, indem die Spann- und Ausrichtzeiten um bis zu 70 % reduziert werden.

Auf die Shortlist in der Kategorie Messtechnik & Qualitätssicherung haben es außerdem die folgenden Unternehmen geschafft:

  • die Renishaw GmbH mit dem Rauheitssensor SFP2,
  • die Vito AG mit dem KSS-Filter Vito 90.

Kategorie Industrial Software & Engineering

In der Kategorie Industrial Software & Engineering verlieh die Jury den MM Award zur AMB an die Echtzeit-Kollisionsvermeidung Protectline der Chiron Werke GmbH & Co. KG. Auf der Basis des digitalen Zwillings hat Chiron mit Protectline eine Echtzeit-Kollisionsvermeidung entwickelt, die optional für neue Chiron-Werkzeugmaschinen erhältlich ist. In der Maschine wird die Bearbeitung inklusive der Werkstücke, Revolver, Klemmbacken oder Werkzeuge in allen Betriebsarten simuliert – und zwar in Echtzeit mit minimalem Vorsprung zur realen Bearbeitung. Dadurch kann die virtuelle Umgebung bereits eine Kollision vorhersehen und dann in Sekundenbruchteilen die Bearbeitung stoppen. Mit dieser Lösung baut Chiron die digitale Prozesskette von der NC-Simulation im Vorfeld der Bearbeitung bis in die reale Fertigung weiter aus und sorgt für zusätzliche Sicherheit, wenn der Maschinenbediener tatsächlich noch an der Maschine Änderungen vornimmt.

Auf die Shortlist in der Kategorie Industrial Software & Engineering haben es außerdem die folgenden Unternehmen geschafft:

  • die Comara GmbH mit Comara Appcom zur Erfassung umfangreicher Maschinen- und Fertigungsdaten,
  • die Hommel CNC-Technik GmbH mit Connect Plan, einer Komplettlösung für die Vernetzung hochautomatisierter Fertigungsanlagen.

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Über den Autor

Benedikt Hofmann

Benedikt Hofmann

Chefredakteur, MM MaschinenMarkt