Hannover Messe 2017

Moderne Maschinenkonzepte brauchen Predictive Maintenance

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Offene Kommunikation in der Smart Factory

Wie dies in einer Smart Factory funktioniert, erklärte Gunther Beitinger, Vice President Manufacturing bei Siemens, am Beispiel des Werks Amberg. „Es handelt sich immer darum, Informationen zwischen einem Agenten und einem anderen auszutauschen, um sich über die jeweilige Situation zu informieren, um den eigenen Status bekannt zu geben oder eben um Aktionen einzuleiten“, äußerte er zur Praxis der vorausschauenden Instandhaltung.

Für Predictive Maintenance bedarf es also intelligenter Feldgeräte. Zur Integration in vernetzte Maschinensysteme werden solche Smart Field Devices unter bestimmten Kriterien entwickelt. Dazu sagte Janette Kothe von Bosch Rexroth: „Offenheit ist einer der ganz wesentlichen Designaspekte, wenn ich ein intelligentes Feldgerät erzeugen will.“ Das bedeute, dass die Devices nicht nur Slaves sein dürften. Die klassischen hierarchischen Strukturen der Automation seien aufzulösen.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 6 Bildern

Dies bekräftigte Werner Binsmaier, Vice President Central Development der Homag Group, der über die Integration von Predictive Maintenance in Maschinenkonzepte referierte. Dabei teilte er mit, wie sein Unternehmen die Systemkenntnis für Predictive Maintenance sieht: „Wir glauben nicht, dass man mit jeder Maschine problemlos einfach loslegen kann, sondern man muss eine gewisse Grundqualifizierung der Maschine herstellen.“ Da die Instandhaltung versuche, die Maschine vorbeugend zu pflegen und zu bewerten, müsse bei ihr der kontinuierliche Verschleiß messbar sein.

Maschinendaten auswerten

Mit dem Mehrwert, den Predictive Maintenance bietet, befasste sich Roger Kehl, CIO bei Festo. „Was können wir hier als Systemlieferant bewirken?“ lautete seine rhetorische Frage. Man sei heute dank eines einheitlichen, umfassenden IT-Systems - etwa von SAP – in der Lage, durch intelligente Komponenten jene Daten in die Cloud zu stellen, die zwecks vorbeugender Wartung mit Hilfe eines I-Pads abgerufen werden könnten. Universelle Konnektivität mache dies möglich.

Um das Auswerten von Maschinendaten vornehmen zu können, besteht eine ganze Reihe von Möglichkeiten zur Verwendung von fertigen Funktionalitäten. Wie Martin Wollschlaeger vom Institut für Angewandte Informatik der TU Dresden konstatierte, gibt es beispielsweise Lösungen für Predictive Maintenance auch von Microsoft. „Jetzt muss man natürlich genau schauen, was diese Dinge tun“, merkte er an. Wichtig sei, dass man Zugriff auf die Grundlagen für Vorhersagen habe, also die Kenntnis aktueller Zustände existiere. Condition Monitoring bilde nun einmal die Basis von Predictive Maintenance.

(ID:44520881)