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Dafür gibt es die Engineering Software MSS ES. Darin sind bereits Überwachungs-, Verknüpfungs-, Zähl-, Zeit-, Start-, Ausgangs- und Statusfunktionen enthalten. Diese lassen sich per Drag-and-drop in den Grafikeditor übernehmen. So können im Handumdrehen die gewünschten Sicherheitsroutinen beziehungsweise Abschaltkreise aufgebaut werden.
Ein weiterer Vorteil, der beim Arbeiten mit der Software auftritt, ergibt sich durch die lückenlose Dokumentation. Jede Anpassung der Sicherheitstechnik wird vom System erfasst und kann bei Bedarf ausgedruckt beziehungsweise gespeichert werden. In Anbetracht der neuen europäischen Maschinenrichtlinie wird dieses Feature bei Fachleuten hoch bewertet.
Softwarebasierte Sicherheitstechnik ermöglicht hohe Flexibilität
Ein Vorteil der softwarebasierten Sicherheitstechnik zeigt sich üblicherweise in der hohen Flexibilität. Beispielsweise haben die einzelnen Funktionseinheiten in der Schützproduktionslinie eine entsprechende Schutztür. Wird diese geöffnet, kann über die Software individuell zugewiesen werden, welche Aktionen erfolgen sollen und ob auch Nachbarstationen mit betroffen sein sollen. Das ist in der Regel relativ schnell und übersichtlich zu realisieren, hardwaremäßig wäre dies kaum oder nur mit bedeutend höherem Aufwand möglich (Bild 3).
In der Produktionslinie für Schütze in Amberg hat sich noch ein weiterer Aspekt als positiv herauskristallisiert, der besonders bei komplexen Automatisierungslösungen spürbar wird: Durch die Möglichkeit der softwareseitigen Funktionszuordnung kann der Funktionsumfang der einzelnen angereihten Geräte optimal genutzt werden, sodass im Vergleich zu einer anderen Lösung weniger Geräte benötigt werden. Mit dem MSS werden in jedem einzelnen Modul Platz, Engineering-Aufwand, Investitionskosten und durch die feingranulare Diagnosemöglichkeit letztendlich auch Betriebskosten eingespart.
Über das Profibus-Modul, das an das MSS angereiht ist, werden Informationen aus der Sicherheitstechnik zugänglich. Denn die Parametriersoftware eignet sich gut als Diagnosewerkzeug. Das bedeutet, der Zustand jedes Elements sowie die gesamte Verschaltung lassen sich online beobachten. Gerade das macht diese Sicherheitslösung sehr komfortabel.
Diagnose bis auf die Feldebene ist sehr leicht realisierbar
Obwohl die Sicherheitslösung gewissermaßen autark arbeitet, kann sie über die Steuerung bis auf die Feldebene diagnostiziert werden (Bild 4). Eine weitere Erleichterung besteht in dem vereinfachten Engineering der Geräte. Sämtliche Daten sind im sogenannten CAx-Download-Manager von Siemens vorhanden. Das bedeutet, Anschlussbilder, Maßzeichnungen, 3D-Modelle, Geräteschaltpläne, Datenblätter, Kennlinien, Zertifikate, Produktbilder und vieles mehr lassen sich auf Knopfdruck downloaden.
Wer Eplan P8 nutzt, kann sämtliche Informationen mithilfe von EDZ-Dateien sogar automatisiert in sein CAE-System übernehmen. Und die softwareseitige Parametrierung gibt viel Spielraum in Bezug auf Anlagenmodifikationen. Für den Praktiker ist deshalb das MSS eine Alternative zu einfachen Sicherheitslösungen, wie sie früher zum Einsatz kamen. Er weiß, dass sich ab drei Sicherheitsfunktionen das MSS Sirius 3RK3 als klügere Lösung erweist und gleichzeitig Freiraum nach oben bietet. So ist einfach alles sicher geschützt.
* Dipl.-Ing. (FH) Ralf Voigt ist Produktmanager des Modularen Sicherheitssystems bei der Siemens AG, Industry Sector, in 90766 Fürth.
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