Aus„gereift“ ... Nach Goodyear will auch Michelin Standorte schließen

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Der französische Reifenhersteller Michelin reagiert mit einem weitreichenden Stellenabbau auf steigende Produktionskosten und Konkurrenz aus Niedriglohnländern.

Bye, bye Deutschland? Auch Michelin plant, wie Goodyear, Standorte in Deutschland zu schließen, wobei rund 1.500 Stellen bedroht sind, wie die dpa meldet. Die Gewerkschaft glaubt den Argumenten für diese Entscheidung aber nicht so recht. Hier die Lage ...(Bild:  Michelin)
Bye, bye Deutschland? Auch Michelin plant, wie Goodyear, Standorte in Deutschland zu schließen, wobei rund 1.500 Stellen bedroht sind, wie die dpa meldet. Die Gewerkschaft glaubt den Argumenten für diese Entscheidung aber nicht so recht. Hier die Lage ...
(Bild: Michelin)

Das Unternehmen werde die Produktion an den Standorten Karlsruhe und Trier sowie die Lkw-Neureifen- und Halbfabrikatfertigung im saarländischen Homburg bis Ende 2025 schrittweise einstellen, wie jetzt bekannt geworden ist. Das teilte Michelin jedenfalls gestern in Frankfurt am Main mit. Davon seien insgesamt 1.410 Beschäftigte in Deutschland betroffen. Zudem verlagere Michelin sein Kundenzentrum von Karlsruhe nach Polen, was weiteren 122 Mitarbeitern den Job kosten werde.

Als Grund für den Stellenabbau gab Michelin den Import von Lkw-Billigreifen aus Niedriglohnländern und steigende Produktionskosten an, die das Unternehmen unter Druck setzen, Marktanteile schwinden lassen und die Wettbewerbsfähigkeit angreifen. Der größte europäische Produktionsstandort von Michelin für die Runderneuerung von Lkw-Reifen in Homburg und das Pkw-Reifenwerk in Bad Kreuznach sind aber nicht betroffen, wie das Unternehmen verspricht. Die Produktion an diesen Standorten wird also fortgeführt.

IG BCE glaubt den Michelin-Aussagen nicht

Das Engagement unserer Mitarbeitenden, die innerbetrieblichen Fortschritte und die Investitionen der vergangenen Jahre in die betroffenen Aktivitäten können den starken Wettbewerbsdruck nicht länger ausgleichen, erklärte Maria Röttger, Michelin-Präsidentin der Region Nordeuropa. Das Unternehmen will die betroffenen Beschäftigten aber bei neuen beruflichen Wegen unterstützen. Mit den Betriebsräten und der Gewerkschaft IG BCE liefen dazu auch schon erste Gespräche. Auch über Alternativen für die künftige Nutzung der betroffenen Standorte werde nachgedacht. Die IG BCE will die Stellenstreichungen und Werksschließungen nach eigenen Worten aber nicht so einfach akzeptieren. Diese Entscheidung sei falsch. Michelin wolle allein den Profit maximieren und ließe dafür hochengagierte und hochqualifizierte Beschäftigte einfach fallen. Das sagte zumindest der Konzernbetreuer der Gewerkschaft, Matthias Hille. Hille bekräftigte: „Wir geben die Standorte nicht auf und werden weiter an Alternativkonzepten arbeiten.“

Michelin ist aber nicht der erste Reifenhersteller, der zu solch drastischen Maßnahmen greift. Erst kürzlich hatte der US-Konzern Goodyear angekündigt, die Reifenproduktion in Fürstenwalde einzustellen und sein Werk in Fulda zu schließen.

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