Nachhaltigkeit für den Hintern! Mit Flachsfasergewebe zu umweltfreundlicheren Stühlen & Co.

Quelle: Fraunhofer WKI 2 min Lesedauer

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Auch beim Möbelkauf kann man auf Nachhaltigkeit achten. Das gelingt in Zukunft vielleicht noch besser, denn ein Forschungsprojekt gibt Antworten darauf, wie das gehen kann ...

Smarter hingehockt! Was man hier sieht ist der Ausgangsstoff von funktionalisierten Möbeln. Es handelt sich um ein mehrlagiges Flachsfasergewebe mit integrierter LED-Beleuchtung. Daran arbeiten Forscher mit viel Holz-Know-how, die am Fraunhofer WKI arbeiten ...(Bild:  Fraunhofer WKI / M. Lingnau)
Smarter hingehockt! Was man hier sieht ist der Ausgangsstoff von funktionalisierten Möbeln. Es handelt sich um ein mehrlagiges Flachsfasergewebe mit integrierter LED-Beleuchtung. Daran arbeiten Forscher mit viel Holz-Know-how, die am Fraunhofer WKI arbeiten ...
(Bild: Fraunhofer WKI / M. Lingnau)

Viele Sitzmöbel sind nicht für den langfristigen Gebrauch und die einfache Montage und Demontage konzipiert. Oftmals sind sie bereits nach dem ersten Umzug kaputt, sagen die Forscher vom Fraunhofer-Instituts für Holzforschung, Wilhelm-Klauditz-Institut (WKI). Doch das werde man über die Bänke, Stühle und Hocker, die im Rahmen des Kooperationsprojekts „LinumTube“ unter Leitung des WKI entstanden sind, sicher nicht vorwerfen können. Denn bei dieser Arbeit ging es um ökologisch nachhaltige Sitzmöbel für den Innenraum, die eine Kreislaufwirtschaft erlauben. Die Möbel bestehen, wie man erfahren darf, aus einer stählernen Unterkonstruktion und einem Bezug aus Flachsfasern. Die beiden Komponenten sollen sich durch eine zerstörungsfreie Demontage sortenrein voneinander trennen lassen. Dadurch können sie leichter wiederverwendet, neu angeordnet und in den Materialkreislauf zurückgeführt werden, wie man betont.

Wandlungsfähiges Sitzmöbelkonzept ohne Schraube und Klebstoff

Durch diese Materialkombination und eine, wie es weiter heißt, neuartige Methode der Formgebung, ist eine genügend stabile und damit tragfähige Gesamtkonstruktion entstanden, die ohne Verklebungen oder Verschraubungen als Verbindungsmöglichkeit auskommt. Der Fokus der Arbeiten lag am WKI auf der Entwicklung und Herstellung des mehrlagigen Flachsfasergewebes. Der Projektpartner Studio Jonathan Radetz war insbesondere für die Unterkonstruktion und das Design verantwortlich. Die Bezüge aus dickem Flachsfasergewebe wurden außerdem mit integrierten Kanalstrukturen versehen, sodass sie sich problemlos über die Stahlrohre ziehen lassen. Hergestellt werden sie auf einer sogenannten Doppelgreifer-Webmaschine, die am Fraunhofer WKI steht. Das Gewebe kommt dabei am Stück aus einem Guss aus der Maschine und muss nicht nachträglich vernäht oder zugeschnitten werden. Lediglich die Ränder müssen im Anschluss nachgesäubert werden. Ansonsten seien keine weiteren Bearbeitungsschritte erforderlich. Man kann das Gewebe also aus der Maschine nehmen und nach einer kurzer Versäuberungsaktion der Ränder direkt auf die Stahlrohre aufziehen. Doch das ist noch nicht alles ...

Wer will, kann den nachhaltigen Stuhl auch leuchten lassen

Es gibt die Flachsgewebebezüge übrigens in unterschiedlicher Ausfertigung. Sie können bunt oder naturfarben, mit oder ohne Fransen sowie mit oder ohne lamellenartige Strukturen sein (die der Sitzflächen einen gerafften Polstereffekt verleihen und für zusätzlichen Sitzkomfort sorgen). Wie sich die Anordnung der Strukturen auf die Montage und Demontage auswirkt, war ein Aspekt, den die Projektleitung gemeinsam mit dem Team bei der Entwicklung des Gewebes berücksichtigen musste. Aufgrund zusätzlicher integrierter Strukturen an der Gewebeober- und -unterseite können auf Wunsch sogar herausnehmbare LED-Streifen in das Gewebe eingezogen werden. Wird das gemacht, so hat man eine indirekte Beleuchtung, die, wie die Forscher sagen, eine gemütliche Atmosphäre im Raum erzeugt. Auch die Stahlkonstruktion liegt in unterschiedlichen Geometrien vor – und zwar als Rund- oder Vierkantrohre. Eine Auswahl an Füßen dient zur Stabilisierung der Rohre. Erste Prototypen der Sitzmöbel wurden bereits auf renommierten Möbelmessen einem internationalen Publikum präsentiert.

Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

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