Alternative zum Lasersintern? Neue 3D-Druck-Technik arbeitet mit Flüssigmetall
Eine neuartige 3D-Druck-Technik ermöglicht es erstmals, flexible Objekte aus flüssigem Metall herzustellen. Gearbeitet wird dabei mit einer Gallium-Indium-Legierung.
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Wie die New York Times berichtet, ist das neue 3D-Druck-Verfahren von Forschern der North Carolina State University entwickelt und in der Fachzeitschrift Advanced Materials näher vorgestellt worden. Nachteil: Das verwendete Material etwa 100 Mal so teuer wie der Kunststoff, der von herkömmlichen 3D-Druckern verarbeitet wird.
Materialbelastbarkeit unklar
„Bei derartigen Technologien steht immer die Materialqualität im Vordergrund. Bei diesem Verfahren geht jedoch noch nicht hervor, ob dass Flüssigmetall überhaupt eine vernünftige Belastbarkeit aufweist“, erläutert Helmut Eder, Besitzer des Wiener 3D-Druck-Unternehmens 3d-druck-wien.at, im Gespräch mit dem Nachrichtendienst Pressetext. Nach Aussage Eders könne die Methode dennoch durch eine Verfeinerung des eher groben Druckergebnisses noch weiter optimiert werden.
Bei diesem innovativen Druckverfahren kommt eine Legierung aus Gallium und Indium zum Einsatz, welche bei Zimmertemperatur flüssig ist. Von einem Computer gesteuert, wird diese aus einer Nadel herausgedrückt. Anschließend bilden sich kleine Tröpfchen, die bei Zimmertemperatur mit dem Sauerstoff der Luft reagieren (siehe dazu das Video „3D Printing of Liquid Metals at Room Temperature“).
Durch diesen Prozess bildet sich eine Art „Haut“, die dafür sorgt, dass die Strukturen ihre Form behalten und nicht ineinander fließen. Den Forschern zufolge habe diese Gallium-Indium-Legierung gegenüber Quecksilber den entscheidenden Vorteil, dass sie nicht gesundheitsschädlich sei.
Vorerst nur für Kleinserienproduktion sinnvoll
„Individuelle Produkte werden oft nur in Kleinserien produziert, für welche sich der unverhältnismäßig teure Formenbau nicht rentiert. Gerade hier kann der 3D-Druck punkten, da er es ermöglicht, in kürzester Zeit jegliche Geometrie ohne den Gebrauch von kostspieligen Gussformen zu konstruieren“, erklärt Eder. Eine bereits erprobte Technologie, die ebenfalls auf Metall basiert, sei dasselektive Laser-Metall-Sintern, mit dem bereits Werkzeuge auf Metallbasis hergestellt werden können.
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