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Obwohl das Unternehmen Engel für Sonderlösungen beziehungsweise für sogenannte Maßanfertigungen bekannt ist, 95 % der Bauteile nicht hoch komplex und damit vier-achsig produzierbar. Deshalb hat man sich für die drei Vier-Achs-Bearbeitungszentren H8000 entschieden. Davon ist eine Maschine ausschließlich für Guss, eine für Stahl und eine für die Kombination Guss/Stahl ausgelegt.
Zwei Bearbeitungszentren verfügen über einen integrierten Planzug
Als ein Highlight verfügen zwei der Bearbeitungszentren für Inneneinstiche über einen integrierten Planzug, der sich in den letzten Monaten am Standort Schwertberg sehr positiv ausgewirkt hat. Dieser Planzug war deshalb eines der Entscheidungskriterien für die Maschinen von Heller. Durch den freien Wechsel der Werkzeuge und die Tatsache, dass die Antriebseinheit der Maschine durch die Spindelmitte mit dem Werkzeug vollautomatisch gekoppelt wird, ist der Plandrehkopf sofort ohne zusätzliche Störkonturen einsatzfähig. So läuft die Logistik zwischen den drei Maschinen und dem Fertigungssystem von Fastems einwandfrei. Gleichzeitig bedeutet der Planzug Komplettbearbeitung in einer Aufspannung. Das gilt auch für das Schruppen und Schlichten in einem Arbeitsgang.
Vier-Achs-Bearbeitung mit künstlicher Intelligenz
Um hier kontinuierlich die Präzision zu sichern, bedient man sich bei Engel einer künstlichen Intelligenz, wie es Gerhard Aigner beschreibt: „Qualität ist bei uns ein elementares Thema, wir bewegen uns bei unseren Kernbauteilen zwischen ein bis drei Hundertstel Millimeter. Deshalb haben wir uns auch bewusst für derart stabile Maschinen entschieden. Außerdem wird bei uns aber auch jedes Bauteil im Rohzustand mit einem Taster vermessen. Die Toleranzen werden dann vom NC-Programm mittig gerechnet. So lassen sich Toleranzen auch durch Temperaturschwankungen kompensieren.“
Das Outsourcing reduzieren und just in time liefern
Die Bauteilverlagerung von den Stand-Alone-Maschinen mit einer Verdoppelung der Kapazität oder die Rüstoptimierung, unter anderem mit zwei Rüststationen, sind hoch produktiv. 95 % der Bauteile für die Spritzgießmaschinen entstehen in Eigenfertigung. Das Outsourcing will man mit den drei Bearbeitungszentren reduzieren und gleichzeitig sicherstellen, dass man selbst bei Auftragsschwankungen just in time liefern kann.
Die Anlage ist die modernste, die derzeit bei Engel in Betrieb ist. So hatte Gerhard Aigner das Projekt beschrieben. Die Einsparung von bis zu 20 % der Nebenzeiten hatte Heller garantiert. Noch ist der Weg das Ziel aber wie es scheint, stimmt die Richtung.
Die komplette Fertigungsanlage, bestehend aus den drei Bearbeitungszentren, wird bei Engel von nur zwei Mitarbeitern bedient. MM
* Marcus Kurringer ist Marketingleiter bei der Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH in 72622 Nürtingen. Manfred Lerch ist Journalist in 70794 Filderstadt.
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