Mercosur-Abkommen Negative Effekte der US-Zollpolitik lassen sich ausgleichen

Quelle: Pressemitteilung 2 min Lesedauer

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Neue Handelsabkommen könnten die verringerten Exporte in die USA mehr als kompensieren. Eine Studie des Ifo-Instituts hat untersucht, welche Auswirkungen die gerade in Verhandlung stehenden Freihandelsabkommen der EU für die deutsche Industrie haben.

Zusätzliche Handelsabkommen, wie das mit den Mercosur-Staaten, würden laut Ifo Institut die Verluste der deutschen Industrie durch die US-Zölle sogar überkompensieren.(Bild:  Pixabay/wasi1370)
Zusätzliche Handelsabkommen, wie das mit den Mercosur-Staaten, würden laut Ifo Institut die Verluste der deutschen Industrie durch die US-Zölle sogar überkompensieren.
(Bild: Pixabay/wasi1370)

Das Mercosur-Abkommen kann Einbußen der US-Zollpolitik teilweise kompensieren. „Die Unterzeichnung des Handelsabkommens zwischen der EU und den Mercosur-Staaten ist ein wichtiger erster Schritt. Es sind aber zusätzliche Handelsabkommen mit weiteren Handelspartnern nötig, um die negativen Folgen der US-Zollpolitik zu kompensieren“, sagt Lisandra Flach, Leiterin des Ifo Zentrums für Außenwirtschaft. „Die EU sollte sich darauf konzentrieren, auch in den derzeit laufenden Freihandelsverhandlungen zügig zu Ergebnissen zu kommen. Das Handelsabkommen mit Indonesien liegt beispielsweise bereits ausgehandelt auf dem Tisch.“

Eine Studie des Ifo Instituts im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft hat ergeben, dass neue Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay), Indien, Malaysia, Indonesien, Thailand, Australien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (die sog. „P7“) die negativen Effekte der US-Zollpolitik nicht nur ausgleichen, sondern sogar überkompensieren würden. Die deutschen Exporte würden durch diesen Schritt trotz der US-Zölle um bis zu 4,1 Prozent wachsen. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt würde um bis zu 0,5 Prozent erhöht. Positive Wertschöpfungseffekte könnten vor allem in exportstarken Industriebranchen wie dem Maschinenbau (2,7 Prozent), der Chemieindustrie (3,1 Prozent) und der Automobilindustrie (3,2 Prozent) realisiert werden.

Für die Studie wurden neben dem EU-Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) auch Abkommen mit Indien, Australien, Indonesien, Malaysia, Thailand und den Vereinigten Arabischen Emiraten angenommen. Ohne neue Handelsabkommen würden die US-Zölle das deutsche BIP mittelfristig um 0,13 Prozent und die Exporte um 1,3 Prozent verringern. Das zeigt, dass eine europäische Freihandelsoffensive mit den P7-Ländern einen wirksamen Beitrag zur Handelsdiversifizierung und wirtschaftlichen Resilienz Deutschlands leisten kann. Sie würde zum einen die negativen Folgen der US-Handelspolitik abfedern, zum anderen langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie auf globalen Märkten stärken.

Wichtige Handelspartner: Ländergruppe „P7“

Die EU führt bereits mit den sieben Ländern/Ländergruppen, die im Mittelpunkt der Ifo-Studie stehen, Verhandlungen über Handelsabkommen. Es handel sich um:
1. Die Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay)
2. Indien
3. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE)
4. Australien
5. Indonesien
6. Malaysia
7. Thailand
Die globale wirtschaftlicher Bedeutung dieser Länder ist in den vergangenen Jahrzehnten zwar deutlich gestiegen, ihr Anteil am deutschen Außenhandel ist aber noch vergleichsweise gering und stagniert.

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