Der 1.000-Grad-Code Neue Keramiktinte druckt hitzefeste Datecodes auf Metallteile

Quelle: Pressemitteilung der Fraunhofer-Gesellschaft 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Über 1.000 °C kann die von Fraunhofer-Forschern entwickelte Keramiktinte aushalten. Darüber soll sich zum Beispiel die Automobilindustrie freuen. Hier mehr dazu.

Schub für die Digitalisierung in der Metallverarbeitung! Das Fraunhofer-IKTS und Sinodis Technologies haben es jetzt per keramischer Tinte geschafft, Metallteile sicher mit Datencodes zu versehen, auch wenn diesen noch eine Ofenbehandlung bei über 1.000 °C bevorsteht.(Bild:  Sinodis Technologies)
Schub für die Digitalisierung in der Metallverarbeitung! Das Fraunhofer-IKTS und Sinodis Technologies haben es jetzt per keramischer Tinte geschafft, Metallteile sicher mit Datencodes zu versehen, auch wenn diesen noch eine Ofenbehandlung bei über 1.000 °C bevorsteht.
(Bild: Sinodis Technologies)

Die Kennzeichnung von Bauteilen zur individuellen Nachverfolgung ist bekanntlich eine wichtige Voraussetzung für die Digitalisierung der Prozesse in der produzierenden Industrie. In Metall verarbeitenden Branchen scheitere das aber bisher daran, dass viele Metallbauteile bei einzelnen Arbeitsschritten hoch erhitzt werden müssten. Konventionell aufgedruckte Codes werden dabei zerstört. Prof. Thomas Härtling, Gruppenleiter Optische Prüfverfahren und Nanosensorik, und sein Team am Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS haben aber nun eine Tinte entwickelt, die auch Temperaturen von über 1.000 °C übersteht - die sogenannte Ceracode-Tinte. Sie besteht aus hitzeresistenten Keramikpartikeln und einer Glaskomponente, wie man weiter erfährt. Im Ofen sorge das in der Hitze schmelzende Glas dafür, dass die Kennzeichnung sich fest mit dem Metall verbinde und tdabei gut lesbar bleib. Die Ceracode-Tinte mache es also jetzt erstmals möglich, Metallbauteile, die speziell in der Automobilindustrie während der Produktion erwärmt werden müssten, sicher zu kennzeichnen.

Keramiktinte gibt der Digitalisierung einen Schub

Nehmen wir an, bei einer Stichprobe in der Automobilproduktion entdeckt der Werker ein fehlerhaftes Metallbauteil. Die Geometrie entspricht etwa nicht den Spezifikationen oder Sollvorgaben. Auf dem Bauteil ist aber eine Kennzeichnung, der sogenannte Data-Matrix-Code aufgebracht, der es über eine laufende Nummer eindeutig identifiziert. Der Werker lässt diesen Code durch einen Scanner auslesen. Im Display öffnet sich dann eine Datenbank, die für das Bauteil alle Parameter des Herstellungsprozesses anzeigt. Dazu gehören etwa Temperatur und Verweildauer im Ofen, Geometriedaten, möglicher Pressendruck et cetera. Der Fehler kann jetzt schnell erkannt werden. In diesem Fall war der Pressendruck nicht groß genug. Mit wenigen Mausklicks lässt sich der Werker nun alle weiteren Bauteile anzeigen, die falsch bearbeitet wurden. Diese werden anschließend schnell aussortiert – bei Bedarf auch vollautomatisch per Roboter. Das zeitraubende Prüfen aller möglicherweise betroffenen Bauteile sowie das manuelle Aussortieren entfallen und der Produktionsprozess geht sofort weiter, wie die IKTS-Forscher betonen.

Die Kombination aus Ceracode-Tinte und dem in der Industrie weitverbreiteten und standardisierten Data-Matrix-Code gebe der Digitalisierung von Produktionsabläufen in Metall verarbeitenden Branchen einen neuen Schub. Denn jedes Bauteil kann so entlang der Wertschöpfungskette jederzeit in seiner Qualität erfasst und Fehler schon am Anfang der Produktion erkannt und gezielt behoben werden.

(ID:49599035)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung