Roboter Neue Norm soll Sicherheit zwischen Mensch und Roboter gewährleisten

Redakteur: Rüdiger Kroh

Durch die direkte Zusammenarbeit von Mensch und Maschine im Kollaborationsraum entstehen neue Fragestellungen hinsichtlich der Gewährleistung des Bedienerschutzes. Die entsprechende Norm ISO 10218 wird in Kürze um einen zweiten Teil mit Fokus auf die Sicherheit der gesamten Roboteranlage ergänzt.

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Bild 1: Die Roboteranlage des Fraunhofer-IPA ermöglicht das vereinfachte und beschleunigte Teachen von Schweißbahnen durch Mensch-Roboter-Kollaboration. (Bild: IPA)
Bild 1: Die Roboteranlage des Fraunhofer-IPA ermöglicht das vereinfachte und beschleunigte Teachen von Schweißbahnen durch Mensch-Roboter-Kollaboration. (Bild: IPA)

Die von Automatisierungssystemen und insbesondere Roboteranlagen übernommenen Aufgaben werden immer umfassender und komplexer. Eine mögliche Lösung, um diese erhöhte Komplexität zu meistern, ist die direkte Mensch-Roboter-Kollaboration (MRK).

Direkte Zusammenarbeit von Mensch und Roboter eröffnet neue Fragen

Dabei können Mensch und Roboter innerhalb eines definierten Arbeitsraums, des sogenannten Kollaborationsraums, gemeinsam arbeiten. Durch eine solche Zusammenarbeit wird es möglich, die Stärke und Ausdauer von Robotern mit der Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Kreativität des Menschen zu kombinieren.

Durch die direkte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine entstehen jedoch auch neue Fragestellungen hinsichtlich des geeigneten Vorgehens und notwendiger Maßnahmen zur Gewährleistung der Anlagensicherheit. Diese Fragen werden in der Normung für Robotersysteme in der 2006 erschienen Sicherheitsnorm DIN EN ISO 10218-1 (Industrieroboter – Sicherheitsanforderungen – Teil 1: Roboter) aufgegriffen. Erstmalig werden dort der kollaborierende Betrieb eines Roboters explizit definiert und Anforderungen an die funktionale Sicherheit (Performance Level) aufgestellt.

Der Fokus liegt auf der Sicherheit der gesamten Roboteranlage

In die aktuelle Revision dieser Norm fließen die Erfahrungen mit Systemen, wie dem in Bild 1 gezeigten am Fraunhofer-IPA entwickelten Schweißroboter, ein. Die ISO 10218 wird in Kürze um einen Teil 2 mit Fokus auf die Sicherheit der gesamten Roboteranlage und Anforderungen an deren Integration ergänzt. Die Veröffentlichung beider Dokumente wird nach letzten redaktionellen Änderungen und finalen Abstimmungen noch für 2011 erwartet. Um den Anwendern zusätzliche Hilfestellungen bei der Umsetzung von Anlagen mit Mensch-Roboter-Kollaboration und der entsprechenden Risikoanalyse zu geben, befindet sich gegenwärtig zudem eine technische Spezifikation (TS 15066) in der Ausarbeitung.

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