Schaeffler Neue Standards für Lagertechnik in Werkzeugmaschinen

Redakteur: Alexander Strutzke

Werkzeugmaschinen effizienter zu machen, gehört zu den Zielen der Schaeffler KG. Der Lagerspezialist hat nach eigenen Angaben schon häufig Sonderlager nach individuellen Kundenwünschen entwickelt, die später zu einem Standard für Werkzeugmaschinen wurden.

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Martin Schreiber, Leiter der Anwendungstechnik Produktionsmaschinen der Schaeffler Gruppe Industrie, sagt: „Unser Ziel ist nicht, das billigste Lager herzustellen. Im Fokus liegt vielmehr die kostengünstigste Lösung für den Kunden.“ In diesem Zusammenhang spielen zum Beispiel eine einfache Montage der Lager, höhere Effizienz sowie bessere Wartung und Service eine Rolle. Schreiber: „Wir wollen auch in Zukunft der attraktive Partner der Werkzeugmaschinenindustrie bleiben.“

Deshalb stelle man bei Schaeffler stetig die eigenen Kernkompetenzen in Frage und schaue auch über den Tellerrand hinaus. Schmierstoffe, Beschichtungen und Werkstoffe rücken deshalb ebenfalls in den Fokus.

Lager trotzen Temperaturunterschieden

Der Messeauftritt auf der Metav 2008 legt den Schwerpunkt auf die Lagertechnik. Die Lagerpaare in thermisch robusten FAG-Spindellager-Tandemsätzen sind so aufeinander abgestimmt, dass sie trotz der im Betrieb auftretenden Temperaturdifferenz zwischen den Innen- und Außenringen gleichmäßig tragen.

Sie ermöglichen laut Schaeffler eine höhere Gebrauchsdauer, optimierte Prozessparameter zum Beispiel höhere Steifigkeit und damit bessere Werkstückqualität bei gleicher Umgebungskonstruktion.

Eine Steigerung der Leistung und der Lebensdauer soll die Symbiose von Wälz- und Magnetlagern ermöglichen. Die Kombination entlastet laut Schaeffler eine Rundtischlagerung erheblich, weil sie nur noch eine reduzierte Stützkraft aufzubringen hat.

Kombination von Wälzlager mit Magnetlager für Rundtische

Die Magnetlagerung wird so in den Rundtisch integriert, dass sich die drehenden Magnete im Rundtisch und die feststehenden im Maschinenbett gegenseitig abstoßen. Die von oben auf den Rundtisch wirkende statische Kraft, beispielsweise eine Gewichtskraft, muss nun nicht mehr von der Rundtischlagerung aufgenommen werden, sondern wird von den sich abstoßenden Magnetkräften zum Teil kompensiert.

In Simulationen hat Schaeffler ermittelt, dass mittels der magnetischen Entlastungskraft von 65 kN mit 20 000 Stunden eine vierfach höhere Lagerlebensdauer erreicht wird.

Ein lagerintegriertes Winkelmesssystem soll für hohe Messgeschwindigkeit, Winkelauflösung und Messgenauigkeit sorgen. Es ist auf direkt angetriebene, hochdynamische und präzise Achsen für Rundtische in Werkzeugmaschinen abgestimmt.

Die magnetische Winkelteilung ist stoffschlüssig auf der drehenden Wellenscheibe des Lagers aufgebracht, wobei diese mittels zweier Sensorköpfe abgetastet wird, die um 180° winkelversetzt, diametral einander zugeordnet sind. Durch die Zweikopfabtastung soll eine absolute Messgenauigkeit von ±3 Winkelsekunden möglich sein.

Schaeffler KG, Halle 3, Stand A68

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