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Problemos polierbare Diffusionsschicht
Aus all diesen Gründen traf der Vorschlag des Beschichtungspartners Oerlikon Balzers, bestimmte Formen einer speziellen Behandlung zu unterziehen, auf offene Ohren. Denn das Verfahren Balitherm Primeform schlägt mehrere Fliegen mit einer Klappe: In einem plasmaunterstützten Prozess wird eine verschleiß- und kratzfeste Diffusionsschicht mit hoher Oberflächenhärte im Grundmaterial erzeugt. Weil es dabei nicht um eine Schichtabscheidung geht, sondern um eine „Tiefenbehandlung“ der Oberfläche, lässt sich das Werkzeug danach problemlos auf Hochglanz polieren. Dies verkürzt den Wartungsaufwand deutlich, denn die Formen müssen künftig weder zum Nachpolieren noch zur Entschichtung und Wiederbeschichtung verschickt werden.
Eine brilliante Fertigungszukunft
Auch die Entformbarkeit sowie das Einspritz- und Fließverhalten des Kunststoffs – hier ABS – verbessern sich. Dies begünstigt die Fertigung von Produkten mit kaum noch sichtbaren Bindenähten und löst damit ein allgegenwärtiges Problem der Qualitätsanbieter in der Branche. Ein solches ist sicherlich auch die Minimierung der Zykluszeit. Hier sorgte Balitherm Primeform zum Produktionsbeginn in Bocholt für eine Verbesserung um rund 10 %. Weitere Verbesserungen über die gesamte Produkt-Laufzeit von etwa vier Jahren mit einer geplanten Stückzahl von rund 570.000 erscheinen möglich.
Behandelt wurden in einem ersten Projekt das Einfachwerkzeug zur Herstellung der Ladeschale des „Sculpture“-Telefons sowie die beiden Zweifachwerkzeuge für die Abdeckung der Ladeschale und für die Oberschale des Mobilteils – alles Hochglanzbauteile. Formen für strukturierte Teile wurden bisher mit einer TiN-Beschichtung geschützt, die bei einer Beschädigung aber auch Wartungsaufwand schaffen würde. „Mit Balitherm Primeform erübrigt sich auch das. Und wenn alles wunschgemäß läuft, steht dem Einsatz für andere Hochglanzprodukte nichts im Wege“, prognostiziert Schlottbohm zuversichtlich.
MM
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