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Windenergieanlagen Onshore oder Offshore ist hier die Frage

| Autor/ Redakteur: Annedore Munde / Jürgen Schreier

Wind gehört zu den Energielieferanten, die uns die Natur quasi gratis zur Verfügung stellt. Doch die Nutzung dieser Ressource erfordert ein ausgefeiltes technisches Fundament. Anlagenhersteller und Wissenschaftler entwickeln Techniken, die eine zuverlässige Versorgung sicherstellen sollen.

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Prüfungen für die Zertifizierung können im Fraunhofer-IWES an Rotorblättern bis 90 m Länge vorgenommen werden.
Prüfungen für die Zertifizierung können im Fraunhofer-IWES an Rotorblättern bis 90 m Länge vorgenommen werden.
(Bild: Fraunhofer-IWES)

Onshore oder Offshore: In der Diskussion über das Für und Wider der beiden Techniken sind es hauptsächlich niedrigere Investitionskosten; dezentrale Stromerzeugungsstrukturen und weniger Netzausbau, die für Onshore sprechen, allerdings verbunden mit einem geringeren Stromertrag und häufig von Bürgerprotesten begleitet. Demgegenüber bietet die Offshore-Windenergie einen höheren Stromertrag, wird kaum von Bürgerprotesten blockiert, erfordert aber höhere Investitionskosten pro Anlage und auch mehr Netzausbau.

Windpark Alpha Ventus ist Gegenstand intensiver Forschungsaktivitäten

Als im August 2009 die ersten Offshore-Windenergieanlagen (WEA) Strom in das deutsche Versorgungsnetz einspeisten, wurde jedenfalls ein Meilenstein für die wirtschaftliche Nutzung der Offshore-Windenergie in Deutschland gelegt. Bereits im April 2009 sind im Offshore-Testfeld Alpha Ventus in 30 m Wassertiefe und 45 km nördlich der Insel Borkum insgesamt 12 Windenergieanlagen in Betrieb gegangen – ausreichend für die Deckung des Strombedarfs von rund 50.000 Haushalten.

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Doch der Windpark Alpha Ventus ist auch Gegenstand intensiver Forschungsaktivitäten. Die Forschungsinitiative Rave (Research at Alpha Ventus) begleitet den Bau und Betrieb des Testfeldes und hat zum Ziel, die Nutzung der Offshore-Windenergie mit Blick in Richtung Alltagstauglichkeit zu optimieren. Dabei gilt es eine Reihe von Fragen zu beantworten: Wie wirken sich Wind, Wetter und Wellen auf Gondeln, Türme und Rotorblätter aus? Wo ist noch Forschungsbedarf, damit die Offshore-Windkraftwerke langfristig und zuverlässig Strom produzieren? Welche Einflüsse haben der Bau und insbesondere der Betrieb der Anlagen auf die Ökosysteme im Meer? Über 150 Wissenschaftler arbeiten beim Projekt Rave daran, dass die Offshore-Windenergie in Zukunft ein Stützpfeiler der deutschen Stromversorgung werden kann.

Onshore-Windkraft wird seit gut 20 kommerziell genutzt

Während die Offshore-Windenergie in Deutschland noch relativ jung ist, wird Onshore schon seit gut 20 Jahren kommerziell genutzt. Dementsprechend unterscheiden sich auch die installierten Leistungen in Deutschland: Nach Erhebungen des Deutschen Windenergie-Instituts (DEWI) waren Ende 2011 insgesamt 29.075 MW WEA-Leistung (22.297 WEA) am Netz, davon 200,3 MW (52 WEA) offshore.

Neu installiert wurden im Jahr 2011 insgesamt 2007,42 MW (895 WEA), davon 30,0 MW (6 WEA) offshore. Ans Netz angeschlossen wurden 2011 insgesamt 108,3 MW Offshore-Windleistung (33 WEA), wobei in dieser Zahl auch 2010 errichtete WEA enthalten sind.

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