Zerspanungswerkzeuge

Optimierte Komplettbearbeitung von Windkraftkomponenten

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Durch den Einsatz eines Bohrers mit integriertem Fasteil konnte beim Bohren ein Werkzeug eingespart werden, was einen weiteren Produktivitätsgewinn erbrachte. Pro Werkstück wird durch die Summe der Verbesserungen bei der Zerspanung eine Einsparung von 125 Minuten erreicht – das ergibt pro Monat eine freie Kapazität von 187,5 Stunden.

Umfeldarbeiten und Nebenzeiten lagen ebenfalls im Fokus

Umfeldarbeiten machen bei der Planetenträgerfertigung die Hälfte des Arbeitsprozesses aus. Dort war die Frage zu klären, wann und warum die Maschine steht und wie diese Stillstandszeiten effektiv bekämpft werden können. Zu den Ergebnissen der Arbeitsumfeldverbesserung zählen ergonomischere Arbeitsabläufe mit kürzeren Wegen, beispielsweise ein neuer Arbeitsplatz zur Bestückung des Werkzeugmagazins sowie zum Wechsel der Wendeschneidplatten und der Werkzeugvoreinstellung.

Der Wendeplattenwechsel kann durch den kürzeren Weg zur Werkzeugvorbereitung laufzeitparallel durchgeführt werden, außerdem kommen bereits komplett vorbereitete Schwesterwerkzeuge zum Einsatz. Die Prüfung beim Werkstückwechsel wird ebenfalls laufzeitparallel vorgenommen, genau wie die Kranbefestigung der Werkstücke zum Werkstückwechsel.

Um den Maschinenbedienern zudem von jeder Arbeitsposition die Information über den aktuellen Zustand der Maschine zu ermöglichen, wurde eine weithin sichtbare Warnleuchte an jeder der vier Carnaghi-Maschinen installiert. Die Verbesserungen im Zerspanungsprozess gestatten es außerdem, weniger Messvorgänge durchzuführen, weil die Prozesssicherheit gesteigert wurde. In der Summe tragen diese Maßnahmen bereits erheblich zur Reduzierung der Nebenzeiten bei und ermöglichen es dem Bediener, durch reduzierte und kürzere Wege konzentrierter zu arbeiten.

Zugang zur Werkzeugmaschine erleichtert

Darüber hinaus wurden Ausstattungsdetails optimiert, zum Beispiel durch die Einführung von neuen Podesten für den leichten und sicheren Zugang zur Maschine sowie Halterungen für Reinigungswerkzeuge und Besen. Durch diese Maßnahmen im Arbeitsumfeld konnten im Vergleich zu vorher weitere 80 Minuten pro Planetenträger eingespart werden, was sich auf 115 Stunden im Monat summiert.

Mit dem bereits erreichten erheblichen Produktivitätsgewinn geben sich Sandvik Coromant und Flender aber nicht zufrieden. Bei genauer Betrachtung der Gesamtanlageneffizienz und der vorhandenen Prozesse hat sich weiteres Optimierungspotenzial gezeigt.

Weitere Einsparpotenziale ermittelt

Theoretisch ist die zusätzliche Einsparung weiterer hundert Stunden pro Monat möglich. Dies betrifft zum Beispiel den Umbau der Frässpindel, um eine höhere Spannkraft und damit höhere Vorschübe zu erzielen. Der bisherige Erfolg hat die beiden Unternehmen ermutigt, den Optimierungsprozess fortzuführen.

Claus Ehlers ist Productivity Team Leader bei der Sandvik Tooling Deutschland GmbH, Geschäftsbereich Coromant, 40549 Düsseldorf.

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