Anbieter zum Thema
Durch den Dienstleister werden die Stähle beziehungsweise Zuschnitte und angearbeiteten Teile in der Regel just in time geliefert, sodass Lager- und Pufferflächen stark reduziert werden oder ganz entfallen können (Bild 5). Meist werden die freigewordenen Flächen dann für wertschöpfendere Tätigkeiten verwendet, zum Beispiel durch eine entsprechende Vergrößerung der Produktion. Ein weiterer finanzieller Vorteil, der mit der Reduzierung der eigenen Bestände einhergeht, ist die enorm verringerte Kapitalbindung.
Laufende Kosten können konsequent reduziert werden
Bei den laufenden Kosten sind anteilig auch die Energiekosten für Heizung und Beleuchtung der Hallen sowie für den Betrieb von Hubwagen, Regalbediengeräten und Kranen zu kalkulieren. Bei zwei weiteren Positionen – den Betriebsmitteln und den Prüfmitteln für die Qualitätssicherung – gilt es zudem zu bedenken, dass ein Stahl-Servicecenter dank der viel größeren Anzahl von Sägen und eines erheblich höheren Umschlags diese Posten aufgrund der abgenommenen Mengen sehr viel günstiger einkaufen kann als ein einzelnes Unternehmen. Das Stahl-Servicecenter von Günther + Schramm beispielsweise verfügt insgesamt über mehr als 50 Sägen und kauft dementsprechend große Mengen an Sägebändern, Sägeblättern, Etiketten, Kühl- und Schmierstoffen ein.
Höhere Kostentransparenz deckt Kostentreiber auf
Neben diesen betriebswirtschaftlich nachvollziehbaren Kosten spielen bei den laufenden Kosten zusätzlich einige Faktoren eine Rolle, die sich im Unternehmensalltag kaum anhand von Zahlen oder Dokumentationen feststellen lassen. Sie treten nach dem Outsourcing durch die gesteigerte Kostentransparenz zutage. Ein Beispiel hierfür sind die sogenannten „Schnellschüsse“: Es gehört bei vielen Unternehmen durchaus zum Arbeitsalltag, dass – abweichend von den Planungen der Mitarbeiter an den Sägen – sehr kurzfristig spezielle Zuschnitte benötigt werden. Bereits gerüstete Sägemaschinen müssen in diesen Fällen wieder abgerüstet und mit dem Schnellschussmaterial bestückt werden.
Die so entstehenden unproduktiven Zeiten tauchen normalerweise in keiner Dokumentation auf. Der Dienstleister, der meist über mehrere Dutzend Sägen verfügt, wird hingegen immer eine Maschine finden, die nicht erst ab- und später wieder aufgerüstet werden muss (Bild 4). Darüber hinaus lassen sich die Prozesse im Rahmen eines Outsourcings in der Regel so weit optimieren und standardisieren, dass solche Schnellschüsse nur noch in absoluten Ausnahmefällen notwendig sind.
(ID:36764670)