Steckverbinder

Photovoltaik-Steckverbinder – ein gefährliches Spiel mit dem Feuer

Seite: 4/4

Anbieter zum Thema

Die rechtlichen Folgen falsch eingesetzter Steckverbinder können gravierend sein

Dr. Berginski: „Fremdverbindungen sind in vielen PV-Anlagen zu finden. Dieses kann nicht nur zu technischen, sondern auch zu rechtlichen Problemen führen. Die Hersteller übernehmen im Fall einer Vermischung von Systemen entweder keinerlei Haftung oder diese ist bei einem massiven Auftreten von Problemen zeitversetzt nach wenigen Jahren nicht mehr viel wert. Durch Bruch, Verformungen und die dadurch ungeschützt offen liegenden stromführenden Teile, kommt es im günstigsten Fall zu Ertragseinbußen der Anlagenbetreiber. Die extreme Folge kann aber sein, dass es mit fortwährender Zeit zum Schmelzen oder gar zum Brand dieser Steckverbinder kommt.“

Auch wenn Stecker augenscheinlich ineinander passen, können Zug- und Verdrehkräfte, Verschmutzung, gegenseitige Beeinflussung der Materialien (Gehäuse, Dichtungen, Steckerstifte zu Folgen führen, die bei einer Prüfung beanstandet würden.

Steckverbinder-Kopien aus Asien

Illegale Kopien der MC3- und MC4-Steckverbinder, vorwiegend aus Asien, tauchen jedoch immer wieder auf. Rein äußerlich sind diese minderwertigen Nachahmungen teilweise nur schwer vom Original zu unterscheiden. Bei einem Vergleich auf technischer Ebene treten bei den Plagiaten jedoch oft erhebliche qualitative Mängel zutage. Kritisch sind hier vor allem Defizite bei der Sicherheit. Oben auf der Hitliste der Mängel sind die fehlende UV-Beständigkeit und hohe Übergangswiderstände. Zu hohe Übergangswiderstände können zur Überhitzung der Steckverbinder führen; es besteht Brandgefahr.

Dort wo es nicht zum Totalausfall durch Brand kommt, verschlechtern diese Steckverbinder den Wirkungsgrad. Ein schleichendes Abnehmen des Stromertrags wird oft mit der Wetterlage „schön geredet“, in Wirklichkeit können aber auch die Steckverbinder die Ursache sein. Dringt zudem Wasser durch eine nicht dichte Steckverbindung ein, kann es infolge des Kapillareffekts in Richtung Modul wandern und dort Überschläge auslösen, die teure Folgeschäden verursachen. Stellt man diese Verluste den Einsparungen bei der Installation gegenüber, wird schnell klar, dass man zusätzlich zum Eingehen von leicht vermeidbaren Risiken eine schlechte Investition getätigt hat.

Multi-Contact empfiehlt aus Sicherheitsgründen, grundsätzlich keine Plagiate einzusetzen. Verbraucher, denen MC3- und MC4-Steckverbinder angeboten wurden und die unwissentlich illegale Kopien erhalten haben, haben das Recht auf kostenlosen Austausch der Steckverbinder. Die Kosten trägt der Installateur oder Händler, über den der Kunde die Plagiate bezogen hat.

* Sascha Schmidt ist Produktmanager Photovoltaik bei der Multi-Contact Essen GmbH

(ID:42217892)