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Steckverbinder Photovoltaik-Steckverbinder – ein gefährliches Spiel mit dem Feuer

| Autor / Redakteur: Sascha Schmidt / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Solaranlagen können wie andere Elektroinstallationen auch Brände auslösen. Ursache sind oft angeblich „kompatible“ Steckverbinder, die in der Photovoltaik gefährlich sein können.

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Nicht zertifizierte Komponenten können gravierende Folgen haben.
Nicht zertifizierte Komponenten können gravierende Folgen haben.
(Bild: Carola Vahldiek - Fotolia.com)

Diesmal brannte die Halle komplett aus. Die Solaranlage auf dem Dach einer Lagerhalle hatte sich erneut entzündet. Es war innerhalb weniger Wochen der dritte Brand an einer 450 m² großen Photovoltaikanlage. Wurde die Feuerwehr bislang stets rasch Herr der Lage, kam sie diesmal einfach zu spät. Der Auslöser für die Brände war die unzulässige Erwärmung von Photovoltaik-(PV)-Steckverbindern. Die Auswirkungen: eine unternehmerische Katastrophe und eine Schadensersatzklage gegen den Installateur.

Steckverbinder: Kleine Ursache – große Wirkung

„Jeder Brand ist ein Brand zu viel“, sagt Dr. Heribert Schmidt, Projektleiter am Fraunhofer ISE. Das Institut beschäftigt sich mit dem Brandrisiko von PV-Anlagen und berichtet, dass es an den derzeit 1,3 Mio. PV-Anlagen in Deutschland in den letzten 20 Jahren 350 Brände gab. In 120 Fällen war die Solaranlage Auslöser des Brandes. In 75 Fällen gab es größere Schäden, in zehn Fällen brannte das Gebäude ganz ab.

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Dr. Schmidt weiter: „Brände entstehen oft dann, wenn unerfahrene Installationstrupps im Akkord Anlagen installieren. Werden die PV-Steckverbinder mit der Kombizange statt mit Spezialwerkzeug angebracht oder nicht zertifizierte Steckverbinder-Systeme verwendet, dann ist die Schwachstelle vorprogrammiert. Hier dürfen Anlagenbetreiber nicht an der falschen Stelle sparen.“

Erhitzte Steckverbinder lösen Brände aus

Auch im Fall der niedergebrannten Halle waren die Steckverbinder die Brandursache. Diese hatten sich so stark erhitzt, dass sie in Brand gerieten. Dabei hatte der PV-Installateur es gut gemeint: Er wählte konfektionierte Steckerleitungen, die laut Hersteller „kompatibel“ oder „steckbar“ zu den an den Modulen befindlichen Steckverbindern waren.

Die Ersparnis gegenüber den Originalkabeln betrug wenige Hundert Euro. Im Preiskampf der PV-Anbieter um das Projekt verschaffte sie dem Installateur die nötige Luft und bescherte ihm den Auftrag. Zurückblickend sagt er: „Die Steckverbinder hatten auch prima gepasst, bei flüchtigem Hinschauen sah man in Farbe und Oberfläche des Kunststoffs keinen Unterschied.“ Jetzt hat er eine Zivilklage am Hals, deren Ausgang ihn die Existenz kosten kann.

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