Werkzeuge

Plansenker erhöht Standzeit beim Fertigbohren um 62 %

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Die Beschichtung enthält Silizium und bleibt dadurch auch bei extremen Temperaturen stabil. Die Siliziumatome in der Beschichtung verhindern außerdem auch bei längerem Gebrauch Verschleißerscheinungen. Eine optimierte Interface-Schicht am Übergang zwischen Grundschicht und Substrat erhöht zudem die Schichthaftung des Plansenkers. Auf diese Weise können die stark in Mitleidenschaft genommenen Schneidecken und Führungsfasen geschützt und damit der Verschleiß der Werkzeuge weiter verlangsamt werden.

Lieferung von jährlich 3000 Werkzeugen

„Die Leistung des Plansenkers in diesem Benchmark hat uns sofort überzeugt. Zudem hat Müller Präzisionswerkzeuge auch die erforderliche Zertifizierung gemäß ISO 9001.2008 für die Herstellung und das Nachschleifen von Präzisionswerkzeugen“, betont Wolf. Deshalb hat Neumayer Tekfor den Werkzeugspezialisten mit der Lieferung von jährlich 3000 Werkzeugen beauftragt. Neben den beschriebenen Plansenkern handelt es sich dabei noch um verschiedene andere Stufenbohrer und Formfräser.

Dabei stellt Müller die Werkzeuge nicht nur bereit, sondern bietet auch ein Gesamtkonzept aus Beratung, Lieferung, Anpassung an kundenspezifische Bedürfnisse, Implementierung sowie der Aufbereitung verschlissener Werkzeuge. „Gerade bei der Adaption an unsere speziellen Anforderungen hat uns Müller Präzisionswerkzeuge ausführlich beraten sowie verschiedene Sonderlösungen angeboten. Zudem bekamen wir Vorschläge in Bezug auf Schnittwerte, Beschichtung und Auslegung der Kühlkanäle zur Sondergeometrie. Und nicht zuletzt überzeugten uns die sehr kurzen Lieferzeiten und das gute Preis-Leistungsverhältnis“, so Wolf.

Standzeit von 1440 Bauteilen

Die Plansenker erreichen beim Fertigbohren der Formkonturen eine Standzeit von 1440 Bauteilen. Das entspricht einer Steigerung von 62 % im Vergleich zu den zuvor für diese Aufgabe eingesetzten Werkzeugen. Die Produktion läuft mit 1750 min-1 und einem Vorschub von 0,045 mm pro Umdrehung. Neben der hohen Standzeit bieten die Werkzeuge weitere Vorteile. Zwei Schneiden in der Zentrumsmitte ermöglichen eine Bearbeitung ins Volle. Außerdem wurden die Freiwinkel an den Eckenradien so modifiziert, dass der Schnittdruck auf ein Minimum reduziert werden konnte. Das schont auch die Maschine. Des Weiteren liegen die Austritte der Kühlbohrungen im Stirnspanraum, wodurch die Arbeitstemperatur erheblich reduziert werden konnte.

Durch den Einsatz der neuen Werkzeuge profitiert Neumayer Tekfor also von höheren Standzeiten, geringeren Wechselzeiten, weniger Stillstand sowie einer längeren Maschinenlaufzeit. Der Automobilzulieferer kann dadurch seine Kosten reduzieren und so seine Wettbewerbsfähigkeit erhöhen. Der finanzielle Vorteil resultiert in erster Linie aus den höheren Standzeiten der Werkzeuge. Bei einem Wochenbedarf von 27.000 Stück sorgt die um 62 % gesteigerte Standzeit für eine Einsparung bei den Werkzeugkosten von mehr als 18.000 Euro pro Jahr. Auch der Preis pro Pleuel ist jetzt mit 0,025 Euro im Vergleich zu vorher 0,039 Euro deutlich geringer. Aufgrund der großen Zufriedenheit möchte das Unternehmen die Zusammenarbeit mit Müller Präzisionswerkzeuge in Zukunft weiter ausbauen: „Das bedeutet, wir werden das Unternehmen bei neuen Projekten bevorzugt ansprechen und Angebote für Sonderlösungen anfragen“, so das Resümee von Wolf. MM

* Mathias Schmidt ist Geschäftsführer der Müller Präzisionswerkzeuge GmbH in 55758 Sien. Heinz Junker ist dort der Projektverantwortliche für Neumayer Tekfor.

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