Werkzeuge Plansenker erhöht Standzeit beim Fertigbohren um 62 %

Autor / Redakteur: Mathias Schmidt und Heinz Junker / Rüdiger Kroh

Eine deutliche Erhöhung der Standzeit gab den Ausschlag: Für das Fertigbohren von Formkonturen an Achs- und Flanschbauteilen setzt ein Automobilzulieferer jetzt vierschneidige Plansenker ein. Damit konnte die Standzeit um 62 % gesteigert werden.

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Mit dem vierschneidigen Plansenker konnte die Standzeit im Vergleich zu den vorher eingesetzten Werkzeugen um 62 % gesteigert werden.
Mit dem vierschneidigen Plansenker konnte die Standzeit im Vergleich zu den vorher eingesetzten Werkzeugen um 62 % gesteigert werden.
(Bild: Müller)

Von der Automatendreherei im Schwarzwald zum weltweit agierenden Spezialisten für Umformtechnik – das ist die Erfolgsgeschichte von Neumayer Tekfor, ein Unternehmen der Amtek Tekfor Holding GmbH. Vor mehr als 70 Jahren gegründet, entwickelt und produziert man heute Lösungen für die Automobilindustrie. Zum Sortiment zählen Komponenten und Baugruppen für die Kraftübertragung, Motoren und Antriebe. Dabei hat Neumayer Tekfor Verfahren der Massivumformung, Zerspanungstechnik, Wärme- und Oberflächenbehandlung sowie die Montage kompletter Baugruppen im eigenen Hause.

Fertigbohren von Formkonturen an Achsbauteilen

Die Trends am Automobilmarkt und die steigenden Ansprüche an Komfort, Sicherheit und Umweltschutz erzeugen hohen Innovationsdruck und verlangen nach kontinuierlicher Verbesserung der bestehenden Produkte. Um den hohen Anforderungen gerecht zu werden, ist der Automobilzulieferer bei seinen Werkzeugen auf hohe Qualität angewiesen. So benötigte das Unternehmen an den Standorten Rotenburg an der Fulda und Schmölln diverse neue Stufenbohrer und Formfräser. Diese sollten zum Fertigbohren von Formkonturen an Achsbauteilen für die Karosserieaufhängung und Flanschbauteilen für Getriebewellen eingesetzt werden. Das zu bearbeitende Material ist jeweils C70S6. Auftraggeber von Neumayer sind hauptsächlich große Automobilkonzerne wie BMW, Audi und Volkswagen.

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Bei der Auswahl eines geeigneten Lieferanten kam Neumayer Tekfor auf Müller Präzisionswerkzeuge. „Das Unternehmen hat in der Zulieferbranche einen hervorragenden Ruf. Deswegen haben wir es sofort in die engere Auswahl möglicher Lieferanten genommen“, erinnert sich Heiko Wolf vom Production Planning Department bei Neumayer Tekfor. Um die in Frage kommenden Anbieter zu testen, sollten diese ein Proof-of-Concept für einen bestimmten Anwendungsfall entwickeln. Müller Präzisionswerkzeuge konzipierte dafür ein Testwerkzeug und optimierte dieses in Zusammenarbeit mit Neumayer. Nach diversen erfolgreichen Tests entstand mit dem Plansenker ein Werkzeug, das deutlich bessere Standzeiten erreichte, als die Entwürfe sämtlicher Wettbewerber.

Plansenker mit einem Schneidendurchmesser von 26 mm

Dafür sorgen in erster Linie der spezielle Aufbau sowie das Material des Werkzeugs: Der vierschneidige Plansenker hat einen Schneidendurchmesser von 26 mm, wobei der Schaft auf 16 mm abgesetzt ist. Dadurch ist es möglich, schlanke und kurze Spannfutter einzusetzen. Zur besseren Spanabfuhr wurden darüber hinaus die Spannuten auf Hochglanz poliert. Dadurch kann zusätzlich eine Aufbauschneidenbildung verhindert werden. Zudem wurde eine dem Prozess angepasste Schneidenverrundung vorgenommen. Diese Eigenschaften sind gemeinsam mit der von Müller in Zusammenarbeit mit Platit entwickelten MC0700-Beschichtung für die hohen Standzeiten des Werkzeugs verantwortlich.

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