Automatisierung Plasmagestützte Oberflächenbehandlung lässt sich automatisieren

Autor / Redakteur: Josef Kraus / Josef-Martin Kraus

Die Ergebnisse einer plasmagestützten Oberflächenbehandlung haben rasch zu industriellen Anwendungen geführt, vor allem dort, wo sie den Nachteil der manuellen Anlagenbe- und -entladung mehr als kompensieren. Nun gilt es, mit Automatisierungskonzepten weitere Anwendungen zu gewinnen. In der Automobilindustrie ist das bereits gelungen.

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Welche Energie man mit Plasmen freisetzen kann, demonstrieren Blitze, elektronische Entladungen in der Gasatmosphäre der Erde. Beim technischen Einsatz von Gasentladungen soll es natürlich nicht so heiß hergehen. Im prominentesten Beispiel, bei der Neonröhre, nutzt man seit langem nur die Leuchterscheinung bei gleichzeitig geringer Wärmeentwicklung.

Heute hat die Industrie gelernt, das Werkzeug Plasma zur Änderung der Oberflächeneigenschaften einzusetzen. „Wir haben vieles erforscht und umgesetzt“, berichtet Dr. Reinar Grün, Vorsitzender des Arbeitskreises Industrielle Plasma-Oberflächentechnik im VDMA. „Nun müssen wir weiter bei industriellen Anwendungen punkten.“

Diesbezüglich ist man auf einem guten Weg. Der Markt für plasmagestützte Verfahren zur Oberflächenbehandlung entwickelt sich positiv. Das hat eine Umfrage der VDMA-Fachabteilung Oberflächentechnik ergeben, die den Arbeitskreis ins Leben rief.

So befinden sich die deutschen Verfahrensanbieter im fünften Wachstumsjahr in Folge. In dieser Zeit ist der Auftragseingang kontinuierlich gestiegen. Vor allem im vergangenen Jahr hat er – so die Fachabteilung – „einen großen Sprung“ hingelegt: auf etwa 1,5 Mrd. Euro, nachdem er im Jahr zuvor die 1-Mrd.-Hürde übersprang.

Absatz von Anlagen zur Plasma-Oberflächenbehandlung wächst dynamisch

Dabei zeigte sich der Anlagenbau besonders dynamisch. Aber auch bei der Lohnbehandlung und der Komponentenlieferung wurden deutlich mehr Aufträge verbucht. Diese drei Bereiche machen in der Regel das Geschäft der Verfahrensanbieter aus, wobei heute im Durchschnitt etwa zwei Drittel auf Anlagen, knapp ein Viertel auf die Lohnbehandlung und der Rest auf Komponenten entfällt.

In dieser Dreiteilung liegt für Grün die Basis, um weitere Anwendungen zu gewinnen. Der Einstieg erfolgt meist über die Lohnbehandlung. Erst später geht es um den Anlagenbau, dessen Entwicklung trotz der Dynamik im Auftragseingang weiterhin zyklisch sein wird.

Außerdem verläuft sie je nach Verfahren unterschiedlich. So sieht Grün „noch ein großes Anwendungspotenzial, das sich für die Plasma-Oberflächentechnik erschließen lässt“.

VDMA diskutiert Plasmanitrieren und Plasma-CVD

Auf dem VDMA-Praxistag „Intelligenter Produzieren“ Anfang Mai in Frankfurt am Main hat der Vorsitzende des Arbeitskreises Industrielle Plasma-Oberflächentechnik dieses Potenzial bei Verfahren der Plateg GmbH, Siegen, präsentiert, dessen Geschäftsführer er ist – beim Plasmanitrieren und Plasma-CVD, bei der Oberflächenaktivierung, Feinstreinigung und Plasmapolymerisation. Diese Verfahren machten im vergangenen Jahr in der Plasma-Oberflächentechnik etwa 20% des Auftragseingangs aus.

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